Weihnachtsgeld in Deutschland: Das Wichtigste, was Sie über die Sondervergütung wissen sollten

Von Ada Hermann

Das Weihnachtsgeld ist neben dem Urlaubsgeld die populärste Form der finanziellen Sonderleistungen. Es wird an Arbeitnehmern üblicherweise vor der Weihnachtszeit ausgezahlt, um sie zum Beispiel bei den Weihnachtseinkäufen zu unterstützen. Was genau versteht man unter Weihnachtsgeld und wie hoch ist die Sondervergütung? Wird die Gratifikation auch versteuert? Auf diese und noch weitere Fragen, die sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber betreffen, antworten wir im Artikel.

Was bedeutet Weihnachtsgeld?

Wann muss man Weihnachtsgeld zurückzahlen

Das Weihnachtsgeld ist ein Betrag, der zusätzlich zum Monatslohn gezahlt wird. Die Extrazahlung wird so genannt, weil man sie in der Regel vor den Feiertagen zum Jahresende zusammen mit dem Novembergehalt bekommt.

Nicht zu verwechseln ist das Weihnachtsgeld mit dem 13. Monatsgehalt. Im Unterschied zum 13. Gehalt ist das Weihnachtsgeld üblicherweise nicht im Vertrag vereinbart, sondern als freiwillige Sonderzahlung oder Bonus vom Arbeitgeber bezeichnet. Das Weihnachtsgeld funktioniert somit wie eine zusätzliche Motivation oder eine Zusatzbelohnung für die Betriebstreue im Laufe des Jahres.

Weihnachtsgeld wer bekommt es

Wie das Urlaubsgeld ist auch der Anspruch auf Weihnachtsgeld nicht gesetzlich geregelt, das heißt, der Arbeitgeber entscheidet selber darüber. Die Zahlung beruht somit auf einer freiwilligen Zusage und hängt in der Regel von der Geschäftslage ab. Steht man jedoch in einem Tarifvertrag, kann es sein, dass die Jahressonderzahlung dort festgelegt wird.

Ein Anspruch auf Weihnachtsgeld kann noch aufgrund betrieblicher Übung entstehen. Dies ist der Fall, wenn das Unternehmen drei oder mehr aufeinanderfolgende Jahre ohne Vorbehalt die Sonderzahlung geleistet hat. Die betriebliche Übung wird verhindert, wenn der Arbeitgeber die freiwillige Zusage jedes Jahr mit einem Freiwilligkeitsvorbehalt versieht.

Wie hoch ist das Weihnachtsgeld?

Höhe des Weihnachtsgeldes in Deutschland

In Deutschland bekommt mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer Weihnachtsgeld. Die Höhe der Boni ist aber nicht für alle gleich. Der Arbeitgeber kann entweder eine pauschale Zahlung vorsehen oder eine Höhe bestimmen, die prozentual vom Monatslohn abhängt. Im Tarifvertrag spielt auch die Betriebszugehörigkeit eine Rolle bei der Abrechnung der Sondervergütung.

In 2021 erhalten deutsche Beschäftigte durchschnittlich 2.667 Euro brutto als Weihnachtsprämie. Die Prämie kann aber je nach Branche stark variieren. So bekommen zum Beispiel Arbeiter und Angestellte in Kokerei, Mineralölverarbeitung oder Energieversorgung mehr als 5.000 Euro im Durchschnitt, wobei Arbeitnehmer im Bereich „Vermittlung von Arbeitskräften“ durchschnittlich 300 Euro brutto ausgezahlt bekommen.

Muss ich die Weihnachtsgratifikation versteuern?

Wie viel vom Weihnachtsgeld wird versteuert


Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld sind steuerpflichtig. Da der Bonus zum Arbeitslohn gehört, aber nicht zulaufend gezahlt wird, ist er als „sonstiger Bezug“ zu versteuern. Was bedeutet das genau? Auf die Extrazahlung ist die volle Lohnsteuer in dem Monat fällig, in dem das Geld überwiesen wird. Die Steuer wird jedoch über zwölf Monate verteilt, die Beträge werden addiert und in dem Monat abgezogen, in dem man die Prämie erhält. Diese Methode ist für den Arbeitnehmer günstiger, als würde das Novembergehalt plus Weihnachtsgeld versteuert.

Muss man das Weihnachtsgeld bei Kündigung zurückzahlen?

Weihnachtsgeld und Kündigung was ist zu beachten

Und was gilt bei gekündigtem Arbeitsverhältnis? Wenn man das Unternehmen nach der Auszahlung des Weihnachtsgeldes verlässt, stellt sich die Frage, ob man die Vergütung zurückzahlen muss. Dies hängt von der genauen Formulierung im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung ab.

Besteht eine Stichtagsregelung, dann ist eine Rückzahlung nötig, wenn das Arbeitsverhältnis zum Stichtag beendet ist. Der Stichtag für Rückzahlungsverpflichtung darf aber nicht später als 31. März des Folgejahres bestimmt werden. Hier ist also nicht das Datum der Kündigung entscheidend, sondern die Tatsache, ob der Arbeitnehmer am Stichtag noch im Unternehmen tätig ist.

Ausnahmen bestehen für Kleingratifikationen unter 200 Euro, die man bei einer Kündigung nicht zurückzahlen muss.

Was kann man noch mit dem Jahres-Bonus tun?

Sondervergütung zu Weihnachten für Arbeitnehmer


Da man das Weihnachtsgeld kurz vor den Feiertagen bekommt, wird es oft für Weihnachtsgeschenke und andere Weihnachtseinkäufe ausgegeben. Wollen Sie jedoch etwas Sinnvolles mit Ihrem Extra tun, dann können Sie es auch woanders anlegen. Hier einige Ideen:

  • Teure Kredite ablösen – Schulden tilgen wäre renditemäßig das Beste, was man mit einer größeren Extrazahlung tun kann. Zinsen für Kredite sind fast immer höher als für Anlagen.
  • Reserve anlegen – Sie können das zusätzliche Geld als Liquiditätsreserve anlegen. Ein bis zwei Monatsgehälter sollte man immer zur Verfügung haben, um unvorhersehbare Ausgaben zu finanzieren.
  • Den Jahresbeitrag für Versicherungen zahlen – Die meisten Versicherungsprämien sind am Anfang des Jahres fällig. Wenn Sie das Weihnachtsgeld für die jährliche Zahlung dieser Beiträge nutzen, bleibt Ihr Konto im Plus.
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