Ungewollte Schwangerschaft mit neuartigem Verhütungsmittel verhindern

Von Charlie Meier

Trotz der Verfügbarkeit zahlreicher wirksamer Verhütungsmethoden macht die ungewollte Schwangerschaft weltweit mehr als 40 Prozent der Empfängnisse aus. Ungeplante Schwangerschaften führen dementsprechend erheblich zum Bevölkerungswachstum bei. Außerdem kann dies auch ausgeprägte negative Auswirkungen auf das körperliche, geistige und wirtschaftliche Wohlbefinden der Mutter haben. Nun haben amerikanische Forscher einen monoklonalen Sperma-Antikörper namens Human Contraception Antibody (HCA) entwickelt. Dieser hat sich als sicher erwiesen und verursacht eine starke Verklumpung der Spermien sowie Immobilisierung in Labortests.

Verhütungsmaßnahme gegen ungewollte Schwangerschaft

abbildung von spermien und eizelle vor der befruchtung und der empfängnis

HCA scheint also für die Verwendung als Kontrazeptivum geeignet zu sein. Darüber hinaus lässt sich der Antikörper von Frauen bei Bedarf zur Empfängnisverhütung vaginal in einem auflösbaren Film verabreichen. Die Studienautoren erklären, dass sie dies in Laborbedingungen erreicht haben. Um seine Eignung als topisches Kontrazeptivum zu bewerten, testeten die Forscher HCA in einem breiten Konzentrationsbereich und unter verschiedenen physiologisch relevanten Bedingungen in vitro. Konkreter haben sie den Antikörper mit Spermien von normalen, gesunden Freiwilligen gemischt und dann seine Wirksamkeit geprüft. Innerhalb von 15 Sekunden hat die Methode die Spermien immobilisiert und diese dazu gebracht, fest zusammenzukleben. Die Wissenschaftler fanden außerdem auch heraus, dass HCA in Gewebekulturzellen, die sie im Labor testeten, keine vaginale Entzündung verursachte.

besorgte frau im bett hält schwangerschaftstest und erfährt über ungewollte schwangerschaft

Aufgrund seiner Wirksamkeit und seines Sicherheitsprofils kann der monoklonale Antikörper laut den Studienautoren aktuelle Lücken im Bereich der Empfängnisverhütung schließen. HCA könnte bei Frauen, die derzeit keine verfügbaren Verhütungsmethoden anwenden, zum Einsatz kommen. Darüber hinaus würde dies einen erheblichen Einfluss auf die globale Gesundheit haben können, so die Entwickler. Zu diesem Zweck testen sie HCA derzeit in einer klinischen Phase-I-Studie. Die Forscher glauben jedoch auch, dass sie HCA mit anderen Antikörpern, wie zum Beispiel Anti-HIV- und Anti-HSV-Antikörpern ebenfalls für eine mehrzweckige Prävention kombinieren könnten. Dies wäre vor allem ein Produkt, das sowohl als Verhütungsmittel dient als auch sexuell übertragbare Infektionen verhindern würde. Eine passive Immunisierung mit vorgefertigten Antispermien-Antikörpern würde die Bedenken bezüglich einer aktiven solchen zur Empfängnisverhütung nach dieser Studie umgehen.

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