Einnahme von Vitamin D als Präparat könnte die Krebstodesrate senken?

Von Charlie Meier

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums haben eine eventuelle Einnahme von Vitamin D mit bis zu 30 000 weniger Krebstodesfälle pro Jahr verbunden. So könnten also insgesamt mehr als 300 000 Lebensjahre gewonnen werden. Nach ihren Berechnungen erspart eine derartige Maßnahme außerdem enorme Gesundheitskosten. Drei klinische Studien sind bereits zu dem Schluss gekommen, dass eine Vitamin-D-Supplementierung die Sterblichkeitsrate bei Krebs um 13 Prozent verringert.

Potenzielle Vorteile der Einnahme von Vitamin D

einnahme von vitamin d gegen krebstod und hohe gesundheitskosten

Seit einigen Jahren untersuchen Wissenschaftler den Einfluss einer ausreichenden Versorgung mit dem Sonnenvitamin auf die Prognose zahlreicher Krankheiten. Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf entzündlichen Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen und Krebs. In den letzten Jahren wurden drei Metaanalysen großer klinischer Studien zur Frage veröffentlicht, wie sich so eine Supplementierung auf die Krebssterblichkeit auswirkt. Die Studien kamen zu dem gleichen Ergebnis: Die Krebssterblichkeit wird durch die Einnahme von Vitamin D um rund 13 Prozent bei allen Krebsarten gesenkt. In die Metaanalysen wurden nur methodisch qualitativ hochwertige randomisierte Studien aus allen Teilen der Welt einbezogen. Welche biologischen Mechanismen dem zugrunde liegen könnten, ist jedoch noch nicht klar. Angesichts der oft erheblichen Kosten vieler neuer Krebsmedikamente ist dieser Erfolg jedoch oft mit einem hohen Preis verbunden. Vitamin D ist dagegen in den üblichen Tagesdosen vergleichsweise kostengünstig. Vitamin-D-Mangel ist in der älteren Bevölkerung und insbesondere bei Krebspatienten häufig.

natürlich getanktes sonnenvitamin d verringert die sterblichkeitsrate bei krebs und lungenerkrankungen

Die Forscher berechneten nun, welche Kosten eine Vitamin-D-Supplementierung der gesamten deutschen Bevölkerung ab dem 50. Lebensjahr verursachen würde. Sie stellten diese Summe den potenziellen Einsparungen für Krebstherapien gegenüber, die häufig mit Kosten im Bereich von mehreren 10 000 Euro verbunden sind. Dies passiert bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen in den letzten Lebensmonaten der Patienten. Die Wissenschaftler stützten diese Berechnung auf eine tägliche Verabreichung von 1000 internationalen Einheiten. Diese ist zum Preis von 25 Euro pro Person und Jahr erhältlich. Im Jahr 2016 lebten in Deutschland rund 36 Millionen Menschen über 50 Jahre, was zu jährlichen Ergänzungskosten von 900 Millionen Euro führte. In einigen Ländern werden Lebensmittel sogar seit vielen Jahren mit Vitamin D angereichert. Dies ist zum Beispiel der Fall in Finnland, wo die Krebssterblichkeitsrate um etwa 20 Prozent niedriger ist als in Deutschland. Die Autoren dieser Studie empfehlen, zwei- bis dreimal pro Woche etwa zwölf Minuten lang im Freien bei Sonnenschein zu verbringen.

Anzeige



Bild einbetten

Code kopieren, um das Bild einzubetten: Großes Bild: Kleines Bild: BB-Code:
Fertig