Demenz im Frühstadium erkennbar: Entzündliche Prozesse des Nervensystems weisen auf die Entwicklung von Alzheimer hin

Von Charlie Meier

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Bonn haben Entzündungsmarker im Blut bei Neuroinflammation verwendet, um Demenz im Frühstadium zu erkennen. Die neuen Studienergebnisse zeigen, dass die aktivierte Immunität des Gehirns schon lange vor Beginn der Symptome Hinweise auf Neurodegeneration liefert. Dazu haben die Studienautoren verschiedene Proteine in der Zerebrospinalflüssigkeit gemessen. Diese dienten dementsprechend als sogenannte Biomarker, die auf entzündliche Prozesse des Nervensystems sowie auf früh auffällige Symptomatik hinweisen.

Entzündungsmarker deuten auf Demenz im Frühstadium hin

entzündliche prozesse im gehirn als indikatioren für neurodegenerative erkrankungen

Wie sich herausstellte, scheinen einige dieser untersuchten Moleküle Teil eines Schadenskontrollprogramms des Immunsystems zu sein, das für die Entwicklung neuer Medikamente nützlich sein könnte. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass das Immunsystem des Gehirns und die damit verbundenen Entzündungsprozesse, auch als „Neuroinflammation“ bekannt, wesentlich zur Entwicklung der Alzheimer-Krankheit beitragen. Vor diesem Hintergrund analysierten die Wissenschaftler verschiedene immunologische Biomarker, die sich durch gute Nachweisbarkeit im Liquor und reproduzierbare Ergebnisse auszeichnen. Darüber hinaus haben sie festgestellt, dass einige dieser Entzündungsmarker auch dann auffällig sind, wenn noch keine Demenzsymptome vorliegen. Die erhöhten Werte von Amyloid und Tau waren dabei die etablierten Biomarker, die auf neurodegenerative Erkrankungen hindeuteten. Das sind Proteine, die sich bei der Alzheimer-Krankheit im Gehirn und in der Zerebrospinalflüssigkeit anreichern.

ansatz zur erkennung von demenz im frühstadium und entwicklung von medikamenten gegen alzheimer

Die Forschungsergebnisse zeigten, dass die genannten Werte meist noch vor den Symptomen einer Demenz auftreten. Daher sind die aufgezeichneten Entzündungsmarker besonders nützlich, um Neuroinflammation in frühen Krankheitsstadien zu untersuchen, so die Forscher. Vor allem zwei dieser Marker – Proteine ​​der „TAM-Rezeptorfamilie“ – scheinen mit einem Programm zur Schadensbegrenzung verbunden zu sein. Bei Studienteilnehmern mit hohen Konzentrationen dieser Biomarker war das Gehirnvolumen vergleichsweise groß. Dementsprechend nahmen auch ihre kognitiven Funktionen im Laufe der Zeit langsamer ab. Entzündungsprozesse sind nicht per se schlecht, sondern eine normale, schützende Reaktion des Immunsystems auf bedrohliche Reize, vor allem am Anfang. Sie sollten aber nicht zu lange andauern, deshalb müssen sie reguliert werden, so die Studienautoren. Diese Forschungsarbeit zeigt vor allem, dass diese Entzündungsmarker besonders nützlich bei der Diagnose und Entwicklung von neuen Medikamenten sein könnten.

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