Bioaktive Substanzen aus Seeschwamm sind gegen Krebszellen wirksam

Von Charlie Meier

Ein internationales Forschungsteam untersucht weiterhin bioaktive Substanzen und synthetisiert diese aus einem Seeschwamm zur Entwicklung von Krebstherapien. Laut den Forschern können solche Moleküle Krebszellen, die gegen eine gewöhnliche Chemotherapie resistent sind, bekämpfen. Das Isolat verfügt außerdem auch gleichzeitig über einen interessanten doppelten Wirkmechanismus.

Natürliche bioaktive Substanzen gegen Krebs einsetzen

nahaufnahme von einem gelbfarbigen see schwamm am strand als mögliches mittel zur krebstherapie

Die Wissenschaftler haben die biologische Wirkung der marinen Alkaloid 3,10- dibromofascaplysin auf verschiedene Krebszellen bei Prostatakrebs getestet. Diese sind in der Regel gegen Standard Docetaxel-basierte Chemotherapie resistent. Die Verbindung haben sie zuerst aus dem Seeschwamm Fascaplysinopsis reticulata isoliert und anschließend chemisch synthetisiert. Die Substanz zwingt Tumorzellen über einen programmierten Zelltod zum Absterben. Dieser Prozess wird als „Apoptose“ bezeichnet und gilt als die günstigste Wirkungsweise von Krebsmedikamenten. Der erforschte Mechanismus aktivierte gleichzeitig auch ein Enzym, das eine schützende Wirkung gegen solche Krebszellen zeigte. Laut den Studienautoren funktionieren derartig synthetisierte bioaktive Substanzen zusätzlich zu ihrer eigenen Aktivität gut in Kombination mit mehreren bereits zugelassenen Krebsmedikamenten. Darüber hinaus würde so eine Behandlung die Wirkung gegen Tumore weiter verstärken.

forscher analysiert bioaktive substanzen in petrischale gegen das licht im labor

Solche Stoffe sind jedoch für andere Zellen ziemlich toxisch. In ihrem Labor versuchen die Wissenschaftler daher, die Struktur dieser Verbindungen zu modifizieren. Dies soll ihre zytotoxische Wirkung auf normale Zellen verringern und gleichzeitig die notwendige Antitumortherapie aufrechterhalten. Ziel ist es, bioaktive Substanzen für eine gezielte Behandlung mit einem Minimum an Nebenwirkungen für gesunde Körperzellen zu erzeugen. Die Forscher kommentierten auch die Zeit, die für die Entwicklung des handelsüblichen Arzneimittels benötigt wird. Sie sprechen über den Horizont von 10 bis 15 Jahren, da lange vorläufige und weitere klinische Studien erforderlich sind. Als Nächstes planen die Autoren dieser Studie zu untersuchen, wie 3,10-Dibromofascaplysin Nicht-Krebszellen beeinflusst. Sie führen bereits ein verwandtes Projekt durch, um über die Ergebnisse im Jahr 2021 zu berichten. Die während dieser Forschung untersuchte Verbindung aktivierte nicht nur Zellen, die Tumore abtöten, sondern auch solche, die resistent gegen Chemotherapie sind.

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