Wird diese Therapie gegen bakterielle Meningitis Antibiotika durch Immunzellen ersetzen?

Von Charlie Meier

Die bakterielle Meningitis ist eine sehr schwere Infektion des Gehirns mit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten. Trotz der weit verbreiteten Einführung von Impfstoffen ist diese Erkrankung immer noch mit einer hohen Sterblichkeitsrate und neurologischen Folgen wie Hörverlust, fokalen neurologischen Defiziten und kognitiven Beeinträchtigungen verbunden. Nun konnten Wissenschaftler in einer neuen Studie eine alternative Therapie auf der Grundlage von Immunzellen als wirksam präsentieren. Diese soll nämlich dabei helfen, Giftstoffe, die sich während der bakteriellen Infektion im Hirngewebe ansammeln, auszuscheiden.

Wirksame Immuntherapie mit Potenzial gegen bakterielle Meningitis

gefährliche und manchmal tödliche bakterielle meningitis mit immunzellen bei antibiotikaresistenz therapieren

Bei dieser Infektionskrankheit ist in der Regel eine antibiotische Behandlung notwendig. Mit zunehmender Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen besteht jedoch ein wachsender Bedarf an neuen Behandlungsstrategien. Anhand von Mausmodellen konnten die Studienautoren nun körpereigene Immunzellen nutzen, um die Bakterien abzutöten. Dementsprechend konnten die verwendeten Neutrophilen die durch die Infektion verursachte Hirnschwellung beseitigen. Die Forscher zeigten, dass Immunzellen, die in die Gehirnmembran eindringen, ein Netz bilden, das Bakterien einfängt. Diese blockierte jedoch auch die Bewegung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit. Eine Hirnschwellung, auch Ödem genannt, ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, da das Gehirn im Schädel eingeschlossen ist. Die Schwellung komprimiert die Blutgefäße, was zum Verlust des Hirngewebes führt und tödlich sein kann.

ärztliche untersuchung und mögliche behandlung einer bakteriellen infektion im gehirn

Das wichtigste Ergebnis der Studie besteht darin, dass bakterielle Meningitis durch die Verabreichung eines Enzyms, das die neutrophilen Netze abbaut, behandelt werden kann. Dieser Therapieansatz lässt sich außerdem auch mit Antibiotika kombinieren, so die Studienautoren. Die Behandlung reduzierte die Hirnschwellung und half dabei, die Schlacke aus dem infizierten Gehirn zu entfernen. Basierend auf den Ergebnissen hofft das Forscherteam nun, eine internationale klinische Studie durchzuführen, um die sogenannte DNase bei der Behandlung von Patienten mit bakterieller Meningitis zu untersuchen. Darüber hinaus wäre das in dieser Studie verwendete Medikament eine vielversprechende Alternative zu Antibiotika bei immer häufiger auftretenden Antibiotikaresistenzen. Die Therapie ist außerdem auch bereits für den Einsatz bei Menschen mit anderen neurologischen Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit zugelassen.

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