Wie ein Smartphone mit Kamera an Augenlidern Anämie erkennen könnte

Von Charlie Meier

Nach kürzlich durchgeführten Experimenten haben Wissenschaftler einen Algorithmus entwickelt, der Anämie erkennen kann. Anhand von Smartphone-Aufnahmen konnten sie eine Blutarmut mit einer Genauigkeit von mehr als 70 % identifizieren. So ermöglichen es Bilder des inneren Augenlids, die Hämoglobinkonzentration im Blut abzuschätzen. Eine Smartphone-App könnte dementsprechend als Möglichkeit dienen, anämische Menschen, die an abgelegenen Orten leben, zu diagnostizieren.

Könnten einfache Technologien zukünftig Anämie erkennen?

kamer von smartphone nimmt augenlider auf und kann anämie erkennen

Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten gehören zu den häufigen Symptomen dieser Erkrankung. Eine schwere Anämie resultiert oft aus Unterernährung, parasitären Infektionen oder Grunderkrankungen. Es ist ein bedeutender Risikofaktor für Tod und Morbidität. Dies gilt insbesondere für gefährdete Gruppen, zu denen Kinder, ältere Erwachsene und chronisch Kranke gehören. Die Forscher haben herausgefunden, dass die Verwendung eines Smartphone-Bildes des inneren Unterlids bei der Diagnose von Anämie zu etwa 72 % genau ist. Laut den Autoren der Studie besteht diesbezüglich ein Bedarf an einem kostengünstigen, zugänglichen und nicht-invasiven Tool und diese bereits vorhandene und weit verbreitete Technologie wäre das ideale Werkzeug dafür. Die Forscher wählten das innere untere Augenlid, die sogenannte palpebrale Konjunktiva, weil es die folgenden einzigartigen Merkmale aufweist:

  • Es ist zum Fotografieren leicht zugänglich.
  • Dort gibt es keine konkurrierenden Farben zwischen Blutgefäßen und der Bindehautoberfläche.
  • Der Abstand zwischen Oberfläche und Blutgefäßen ist sehr gering.
  • Temperatur und andere Umweltfaktoren haben keinen signifikanten Einfluss auf den Blutfluss in diesem Bereich.

arzt in schutzkleidung hält handy und blutprobe zwecks hämoglobinkonzentration

Durch das Vergrößern eines kleinen Bereichs in jedem Foto konnten die Forscher einen Algorithmus entwickeln, der die Farbauflösung maximiert, sowie ein Vorhersagemodell, das Haut und Weiß der Augen mit dem Hämoglobinspiegel vergleicht. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass keine Blitzfotografie erforderlich war, um mit akzeptablen Bildern Anämie erkennen zu können. Darüber hinaus liefert diese Methode Daten direkt vom Kamerasensor ohne die typische Verarbeitung und Komprimierung. Die Studienergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung einer Anwendung in einem Smartphone. Diese könnte nicht nur das Bild aufnehmen, sondern auch die Elemente im Bild analysieren, um die Hämoglobinkonzentration in Echtzeit zu bewerten, so die Autoren. Diese Studie zur Diagnose von Anämie mit einem Smartphone ist also ein praktikables Konzept. Die folgenden Projekte könnten sich positiv auf große Bevölkerungsgruppen auswirken und weltweit zur Gesundheit beitragen.

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