Verarbeitete Lebensmittel – Die Ursache für entzündliche Darmerkrankung?

Von Charlie Meier

In einer neuen Studie bringen Wissenschaftler industriell verarbeitete Lebensmittel in Verbindung mit entzündlichen Darmerkrankungen. Dazu gehören verpackte Backwaren und Snacks, kohlensäurehaltige Getränke, zuckerhaltige Zerealien, Fertiggerichte mit Zusatzstoffen sowie rekonstituierte Fleisch- und Fischprodukte. So eine Art von Nahrung enthält meistens einen hohen Zucker-, Fett- und Salzzusatz, jedoch keine Vitamine und Ballaststoffe.

Durch verarbeitete Lebensmittel beeinträchtigte Darmgesundheit

junkfood und verarbeitete lebensmittel als risikofaktoren für entzündliche darmerkrankungen

Eine chronische entzündliche Darmerkrankung (CED) tritt häufiger in Industrieländern auf. Die Experten nehmen an, dass Ernährungsfaktoren ebenfalls eine Rolle dabei spielen könnten. Daten, die den Konsum von derartigen Nahrungsmitteln mit CED in Verbindung bringen, sind jedoch begrenzt. Um dies weiter zu untersuchen, stützte sich ein internationales Forscherteam auf detaillierte Ernährungsinformationen von 116 087 Erwachsenen im Alter von 35 bis 70 Jahren. Die Teilnehmer lebten in 21 Ländern mit niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen. Die Studie untersuchte die Auswirkungen gesellschaftlicher Einflüsse auf chronische Krankheiten in verschiedenen Ländern der Welt. Über eine durchschnittliche Nachbeobachtungszeit von 9,7 Jahren haben die Forscher neue Diagnosen von CED, einschließlich Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, erfasst. Verschiedene Untergruppen von Lebensmitteln, darunter Erfrischungsgetränke, raffinierte gesüßte Lebensmittel, salzige Snacks und verarbeitetes Fleisch, waren jeweils mit einem höheren Risiko für CED verbunden. Im Gegensatz dazu war die Aufnahme von weißem Fleisch, rotem Fleisch, Milchprodukten, Stärke und Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten risikofrei.

ursachen für beeinträchtigte darmgesundheit

Die Studienergebnisse unterstützen die Hypothese, dass verarbeitete Lebensmitteln ein Risikofaktor für entzündliche Darmerkrankungen sein könnten. Da nicht verarbeitete Produkte keine Auswirkungen zeigten, deutet diese Studie darauf hin, dass dieses Risiko möglicherweise nicht durch die Lebensmittel selbst verursacht wird. Es ist mehr die Art und Weise, welche Prozesse bei der Verarbeitung dieser Lebensmittel dazu führen, so die Studienautoren. Im Vergleich zu weniger als einer Portion verarbeiteter Produkte pro Tag fanden sie beispielsweise ein um 82 % erhöhtes Risiko für CED bei denen, die fünf oder mehr Portionen pro Tag konsumierten. Bei 1-4 Portionen täglich hat sich das Risiko um 67 % erhöht. Sie kommen zu dem Schluss, dass weitere Forschungen erforderlich sind, um spezifische potenzielle beitragende Faktoren zu identifizieren. Darüber hinaus können andere mögliche Ursachen für die beobachteten Assoziationen in dieser Studie verantwortlich sein.

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