Durch Sport freigesetztes Hormon Irisin wirkt gegen Alzheimer-Krankheit?

Von Charlie Meier

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ein Hormon, das als Irisin bekannt ist, die kognitiven Vorteile von Bewegung fördert. Laut den Studienautoren kann es als ein vielversprechendes, körpereigenes Mittel für die Behandlung des kognitiven Verfalls bei der Alzheimer-Krankheit dienen. In der kürzlich veröffentlichten Studie berichtete das Forschungsteam, dass es von den Muskeln während des Trainings ausgeschüttet wird. Darüber hinaus hätte das Hormon das Potenzial, ein wirksames Therapeutikum gegen Defizite des Gehirns zu werden.

Wie sich Irisin beim Sporttreiben auf die kognitive Funktion auswirkt

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Die Studienautoren waren sich bewusst, dass der Erhalt der kognitiven Funktion eine große Herausforderung in einer zunehmend alternden Bevölkerung ist. Es ist bereits bekannt, dass Bewegung positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Gehirns hat. Deshalb ist Irisin für die Identifizierung wichtiger Mediatoren dieser neuroprotektiven Vorteile zu einem so kritischen Ziel für die Forscher geworden. Anhand von Mausmodellen zeigte das Team, dass die genetische Deletion von Irisin die kognitive Funktion bei körperlicher Betätigung, Alterung und Alzheimer beeinträchtigt. Dies geschieht teilweise aufgrund von Veränderungen neugeborener Neuronen im Hippocampus. Der Hippocampus ist das Kompartiment des Gehirns, das Erinnerungen speichert und als erstes Anzeichen einer Alzheimer-Krankheit zeigt. Gleichzeitig fanden die Wissenschaftler heraus, dass eine Erhöhung des Hormonspiegels im Blutkreislauf die Gehirnfunktion und die Neuroinflammation in Mausmodellen bei Alzheimer-Krankheit verbessert.

irisin hormon als potenzielle therapie gegen neurodegenerative erkrankungen

Die Tatsache, dass die Behandlung mit Irisin in Mausmodellen mit Alzheimer auch nach der Entwicklung einer signifikanten Pathologie wirksam war, hat die Studienautoren ermutigt. Dies könnte Auswirkungen auf die Intervention bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen haben. Bei ihnen beginnt die Therapie typischerweise erst, nachdem die Patienten Symptome entwickelt haben. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass Irisin vor Neuroinflammation schützt, indem es direkt auf Gliazellen im Gehirn einwirkt. Es ist schwer, sich etwas Besseres für die Gesundheit des Gehirns als tägliches Training vorzustellen. Die neuen Ergebnisse werfen ein neues Licht auf den beteiligten Mechanismus. Der Schutz vor Neuroinflammation ist vielleicht der größte Killer von Gehirnneuronen, wenn Menschen älter werden. Irisin zielt jedoch nicht speziell auf Amyloid-Plaques ab, sondern eher auf Neuroinflammation direkt. Daher sind die Autoren dieser Studie optimistisch, dass solch eine Therapie über Alzheimer hinausgehen könnte.

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