Könnte die giftige Kegelschnecke durch schnell wirkendes Insulin neue Therapien für Diabetiker ermöglichen?

Von Charlie Meier

Neue Studienergebnisse legen nahe, dass die giftige Kegelschnecke einen insulinähnlichen Wirkstoff besitzt, der potenzielle Behandlungsmöglichkeiten bei Diabetes bieten könnte. Das Schalentier ist wegen seiner farbenfrohen Muster bei Muschelsammlern beliebt, kann jedoch Lähmungen verursachen. Nun konnten die Studienautoren zeigen, dass sein sogenanntes Con-Ins-Gift zur Entwicklung schnell wirkender Medikamente für Diabetiker beitragen könnte.

Warum die giftige Kegelschnecke zukünftige Therapieoptionen ermöglicht

kalifornische giftige kegelschnecke ermöglicht neue medikamente gegen diabetes

Die aktuelle Forschungsarbeit ergab, dass die modellierten Varianten des Schnecke-Insulins noch besser als das menschliche Hormon an Rezeptoren im Körper binden. Darüber hinaus könnten diese möglicherweise schneller bei Diabetikern wirken. Dies macht die giftige Kegelschnecke zu einer günstigen Option für die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels sowie zu einem potenziellen Medikamentenkandidaten. Das Forschungsteam konnte beobachten, wie das Gift eine hypoglykämische Reaktion auslöst, die den Blutzuckerspiegel senkt. Die Wissenschaftler konnten daraus neue Varianten erschaffen, die aus viel kürzeren Peptid-Ketten als Humaninsulin bestanden. Ihnen fehlten die letzten acht Reste der B-Kette des menschlichen Insulins. Das Team fand heraus, dass jeder Insulinkomplex während der Simulationen stabil blieb und die entworfenen Peptide sogar besser als das natürlich vorkommende menschliche Insulinhormon banden.

ersatz von insulin bei diabetikern durch insulinähnliches gift aus schnecken

Die Wechselwirkungen haben die Forscher dann mit dem Humaninsulinrezeptor verglichen. Sie stellten dabei fest, dass jede Con-Ins-Variante wenige durchführbare Restsubstitutionen in Humaninsulin aufweist. Angesichts der neuen Erkenntnisse könnte dieses Gift ein praktikabler Ersatz für Insulin sein. Darüber hinaus hoffen die Studienautoren, dass es zukünftige Designs für neue schnell wirkende Arzneimitteloptionen motivieren wird. Das insulinähnliche Gift, das bestimmten Kegelschnecken freisetzen, kann jedoch sehr gefährlich sein. Es verursacht einen hypoglykämischen Schock, der Fische und potenzielle Beutetiere immobilisiert. Die sogenannte C. geographus (giftige Kegelschnecke) hat dementsprechend den giftigsten Stachel, der unter den Arten bekannt ist. Es gibt Berichte über menschliche Todesfälle, insbesondere bei Tauchern, die sich des Giftes der Schnecke nicht bewusst sind. Obwohl diese Studie noch weitere klinische Untersuchungen erfordert, sind die Ergebnisse für die Forschungsgemeinschaft vielversprechend.

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