Alkoholsucht erkennen – Immunsystem fördert die Abhängigkeit

Autor: Charlie Meier

Neue Forschungen zeigen, das die Aktivierung des Immunsystems schließlich einige der schädlichen Auswirkungen wie Alkoholsucht erkennen und verursachen könnte. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die ein internationales Team durchgeführt hat. Die Forschung fand unter der Leitung von Santiago Canals vom Institut für Neurowissenschaften in Alicante (Spanien) und Wolfgang Sommer vom Zentralinstitut für psychische Gesundheit der Universität Heidelberg statt.

Immunsystem kann Alkoholsucht erkennen und aktivieren

halbvolles glas mit bier neben figur eines gehirns und bierflasche alkoholsucht erkennen

Die Forscher haben also beobachtet, dass Alkohol seine Suchtfähigkeit erhöhen kann. Dies passiert, indem sein Wirkstoff die Geometrie des Gehirns, insbesondere der grauen Substanz, ändert. Das geht aus der veröffentlichten Studie an Ratten und Menschen hervor, was ein völlig neuer Suchtmechanismus ist. Ihren Beobachtungen zufolge sind die im Gehirn befindlichen Zellen des Immunsystems, Mikroglia genannt, für die Änderung der Geometrie verantwortlich. Diese kann nämlich die graue Substanz in Gegenwart von Alkoholsucht erkennen. Alkohol als Schadstoff bewirkt die Aktivierung dieser Abwehrzellen, was zu einer Änderung ihrer biochemischen Eigenschaften und ihrer Form führt. Darüber hinaus ändert sich diese Form von einer Verzweigung zu runder oder amöboider Form. Diese Formänderung verändert dementsprechend die Geometrie des extrazellulären Raums und ermöglicht eine größere Diffusion von Substanzen, die ohne Alkohol begrenzt wären. Eine dieser Substanzen ist Dopamin, ein Neurotransmitter, der besonders wichtig für Abhängigkeit und Suchtprozesse ist.

betroffene bereiche im gehirn aufgrund von alkoholkonsum migräne und kopfschmerzen

Eine Erhöhung der Konzentration und des Diffusionsbereichs von Neurotransmittern wie Dopamin, Glutamat oder Neuropeptiden kann die schwachen Eigenschaften von Alkohol in starke Effektoren bei der Bildung von Trinkgewohnheiten verwandeln. Diese führen bei einigen Menschen schließlich zur Sucht, so die Forscher. Das Verständnis und letztendlich die Umkehrung dieser Veränderungen kann also bei der Entwicklung wirksamerer Behandlungen hilfreich sein. Diese translationale Studie zeigt, dass die zerebrale graue Substanz von Menschen und Ratten, die regelmäßig Alkohol konsumieren, eine höhere durchschnittliche Diffusionsfähigkeit aufweist. Solche Veränderungen treten kurz nach dem Einsetzen des Alkoholkonsums bei Ratten auf. Sie bestehen sowohl bei Nagetieren als auch bei Menschen in einer frühen Abstinenz fort und sind mit einer starken Abnahme der extrazellulären Raumbarrieren verbunden. Dies lässt sich mit einer Reaktion der Mikroglia auf einen Angreifer wie Alkohol erklären.

Weitere Forschungsergebnisse

auswirkungen von alkohol auf das gehirn mikroglia gehirnzellen aktivieren alkoholsucht erkennen

In einem früheren Artikel zeigte dieselbe Gruppe, dass Alkohol das Gehirn auch nach Beendigung des Trinkens weiter schädigt. Diese Arbeit spiegelte bereits eine Zunahme der Diffusivität im Gehirn aufgrund von Alkohol wider. Die Forscher wussten jedoch noch nicht genau, warum das so ist. Die neue Studie versucht also das Rätsel zu lösen. Sie zeigt, dass die Zunahme der Diffusivität auf die Aktivierung der Immunzellen des Gehirns zurückzuführen ist. Diese Studie wurde im Rahmen einer breiten europäischen Zusammenarbeit von Forschern des UMH-CSIC-Instituts für Neurowissenschaften in Alicante, der polytechnischen Universität Valencia, des Deutschen Zentralinstituts für psychische Gesundheit, der Universität Camerino (Italien) und des Charles Universität Prag entwickelt.




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