Kann die Insulinresistenz das Risiko für eine depressive Störung erhöhen?

Von Charlie Meier

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen, die insulinresistent sind, ein verdoppeltes Risiko für depressive Störung aufweisen. Diese können sie auch dann entwickeln, wenn sie zuvor noch keine Depression erlebt haben. Zu den Symptomen gehören unaufhörliche Traurigkeit, Verzweiflung, Trägheit, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Andere Faktoren, die zu dieser zutiefst schwächenden Krankheit beitragen, sind zum Beispiel Kindheitstraumata, der Verlust eines geliebten Menschen oder der Stress. Die Autoren behaupten, dass sich Insulinresistenz jedoch durch Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls Medikamente reduzieren oder beseitigen lässt.

Prädiabetes als Risikofaktor für depressive Störung

arzt untersucht patient auf insulineristenz bei prädiabetes mit blutzuckermessgerät

Ein zunehmender Teil der Weltbevölkerung leidet an Insulinresistenz. Die Insulinrezeptoren binden aus verschiedenen Gründen wie zu hoher Kalorienzufuhr, Bewegungsmangel, Stress und Schlafmangel nicht richtig an Insulin. Schließlich wird der Blutzuckerspiegel chronisch hoch. Wenn diese Werte über einem bestimmten Schwellenwert bleiben, lautet die Diagnose Typ-2-Diabetes. Frühere Forschungen haben bereits Assoziationen zwischen Insulinresistenz und mehreren psychischen Störungen gezeigt. Darüber hinaus sind etwa 40 % der Patienten, die an Stimmungsstörungen leiden, insulinresistent. Aus diesem Grund analysierte das Forschungsteam Daten von 601 Männern und Frauen, die zum Zeitpunkt ihrer Einschreibung noch nie unter Depressionen oder Angstzuständen gelitten haben. Ihr Durchschnittsalter betrug 41 Jahre. Sie fanden heraus, dass ein moderater Anstieg der Insulinresistenz, gemessen am Triglycerid-zu-HDL-Verhältnis, mit einem Anstieg der Neuerkrankungsrate von schweren depressiven Störungen um 89 % verbunden war. Diejenigen, die innerhalb der ersten zwei Jahre der Studie an Prädiabetes erkrankten, hatten ein 2,66-faches Risiko für eine schwere Depression.

verzweifelter mann beim psychologen erlebt eine depressive störung

Angesichts der Studienergebnisse stellte das Team fest, dass Insulinresistenz ein starker Risikofaktor für ernsthafte Probleme ist. Diese schließen nicht nur Typ-2-Diabetes, sondern auch die schwere depressive Störung ein. Darüber hinaus sollten Ärzte laut den Studienautoren den Stoffwechselstatus von Patienten mit affektiven Störungen und umgekehrt berücksichtigen. Die Stimmung bei Patienten mit Stoffwechselerkrankungen wie Fettleibigkeit und Bluthochdruck wäre in solchen Fällen besser zu beurteilen. Um Depressionen vorzubeugen, sollten Mediziner die Insulinsensitivität ihrer Patienten überprüfen. Diese Tests sind in Labors auf der ganzen Welt verfügbar und meistens erschwinglich. Die Idee hinter dieser Studie bestand dementsprechend vor allem darin, die Entwicklung von lebenslangen, schwächenden Krankheiten einzudämmen.

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