Blutvergiftung früh erkennen: Ein Teil der Sepsis-Fälle in Deutschland wird falsch diagnostiziert

Autor: Olga Schneider

Blutvergiftung früh erkennen Notfall vermeiden

Husten, Fieber und Gliederschmerzen: Hinter grippeähnlichen Symptomen könnte sich eine Sepsis verbergen. Mehr als 70.000 Menschen sterben jährlich an einer Blutvergiftung, das ist mehr als die Darmkrebs-Todesfälle. Die gefährliche Erkrankung lässt sich besonders am Anfang schwierig diagnostizieren. Der Grund: Sie versteckt sich oft hinter anderen Krankheiten, wie einer Lungenentzündung. Die rechtzeitige Behandlung ist aber entscheidend. Je schneller dem Betroffenen Medikamente verabreicht werden, desto größere Überlebenschancen hat er. Es ist deswegen wichtig, die Blutvergiftung früh zu erkennen.

 Blutvergiftung früh erkennen: Was kann die Erkrankung auslösen?

Für eine erfolgreiche Sepsis-Behandlung spielt die frühe Erkennung eine entscheidende Rolle. Oft haben die Betroffenen leider keine Ahnung, dass es sich um eine Blutvergiftung handeln könnte. Bei einem großen Teil der Sepsis-Fälle wird die lebensbedrohliche Erkrankung durch Bakterien ausgelöst. Sie gelangen durch kleine Wunden in das Blut. In England berichteten die Medien zum Beispiel über eine junge Frau und ein kleines Mädchen, die neue Schuhe barfuss anprobiert und sich dadurch angesteckt hatten.

Blutvergiftung früh erkennen: Diagnosestellung und Behandlung

Nurse tending patient in intensive care

Die ersten Symptome einer Sepsis können auch bei den Hausärzten zu Verwirrung führen: Fieber, hoher Puls und Schwitzen sind typisch für eine Blutvergiftung. Der Patient ist auch oft verwirrt und schläfrig. Besteht der Zweifel, dass es sich um die bedrohliche Krankheit handeln könnte, wird der Betroffene als Notfall behandelt. Bluttests können mehr Information geben und die Diagnosestellung erleichtern. Wem in den ersten Stunden Antibiotika verabreicht wird, der hat im Durchschnitt eine bessere Überlebenschance und kann Komplikationen vermeiden.  Aber selbst wenn der Arzt die Symptome richtig interpretiert, kann der Patient sterben. Resistente Bakterien lassen sich beispielsweise mit bestimmten Antibiotika nicht behandeln.

Bestimmte Präventionsmaßnahmen können einen gewissen Schutz vor einer Blutvergiftung bieten.

  • Nie neue Schuhe barfuss anprobieren. Blasen und kleine Wunden rechtzeitig behandeln.
  • Wenn man plötzlich einen erhöhten Puls, Fieber und starke Schmerzen hat, dann ist ein Besuch beim Hausarzt oder in der Notstation notwendig. Sollten Sie eine offene Wunde haben, informieren Sie den Arzt darüber.
  • Ärzte behandeln die Krankheit mit starken Antibiotika. Keine Angst vor den Medikamenten haben, denn sie können Sie vor einem septischen Schock schützen und Ihnen das Leben retten.
  • Es gibt eine Pneumokokken-Impfung. Kleinkinder werden damit geimpft und auf diese Weise vor den gefährlichen Bakterien effektiv geschützt. Die Pneumokokken zählen zu den häufigsten Auslösern einer Sepsis. Auch Erwachsene können sich impfen lassen.
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