Fenster und Türen energetisch betrachtet – Tipps zur Planung

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Fenster und Türen sind die Augen eines Hauses – sie geben ihm Charakter nach außen, lassen Licht ins Innere und sind schon selbst stilprägendes Element. Aber: Leider sind sie – energetisch betrachtet – auch zunächst einmal ein großes „Loch in der Wand“ durch das im Winter teuer produzierte Wärme nach außen entweichen, oder im Sommer Hitze ins Innere des Hauses eindringen kann.

Allerdings erlauben moderne Techniken es auch, den Spagat zu schaffen und somit Fenster und Türen zu produzieren, die einerseits eine echte optische Bereicherung für das ganze Gebäude darstellen und andererseits so gut dämmen, dass sie kein Einfallstor für eine schlechte Energiebilanz sind. Und das vielleicht Beste: Selbst schöne alte Fenster, vielleicht mit schmückenden Sprossen, können vom Fachmann auf ein akzeptables Energie-Niveau gebracht werden – den Willen zum Einsatz entsprechender finanzieller Mittel vorausgesetzt.

Fenster und Türen – Stilprägende Elemente

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Auch ein Stilelement: Besteht die Tür aus massivem Holz, kann die natürliche Beleuchtung des Flurs durch ein Oberlicht erzielt werden.

Die Tür – Visitenkarte des Hauses

Der erste Eindruck ist entscheidend, diese Weisheit gilt auch bei der Haustür. Sie ist meist das, was ein Besucher als erstes vor sich sieht und gleichsam auch ein sicherheitsrelevantes Bauteil.

Stilistisch sollte die Türe unbedingt zum Rest des äußeren Hauses passen: Wer etwa bei einem wunderbar patinierten Altbau eine hochmodern wirkende Tür aus Glas und gebürstetem Stahl einsetzen würde, könnte damit schlimmstenfalls die gesamte Hausoptik ruinieren.

Manchmal unabdingbar: Licht

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Viel Glas bedeutet zwar mehr Licht im Eingangsbereich aber auch leichtere Einsehbarkeit sowie geringerer Einbruchsschutz.

Ein Augenmerk der Planung sollte vor allem darauf liegen, wie der Flur hinter der Tür aussieht: Bekommt er natürliches Licht aus Fenstern? Falls er das nicht tut, muss die Tür mit gläsernen Durchlässen ausgestattet werden, damit im Inneren nicht den ganzen Tag das Licht brennen muss. Dabei reichen schon kleinste Fenster mit kaum mehr als zehn Zentimetern Seitenlänge, um genügend Licht hinein zu lassen.

Gleichsam kompromittieren solche „Fensterchen“ auch nicht den Einbruchsschutz: Mit zehn Prozent aller Einbrüche liegt die Haustür nämlich bei Einfamilienhäusern an dritter Stelle der beliebtesten Einfallsportale von Kriminellen. Je höher der Glasanteil der Tür, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Einbrecher diese einfach einschlägt. Wer auf maximale Sicherheit bedacht ist, sollte deshalb bei der Türverglasung nach der Maxime vorgehen „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“.

Energetisch: Neu ist besser

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Eine alte Haustür ist zwar am passenden Haus ein echter Augenschmaus, stellt die Bewohner aber vor energetische Probleme, die sich nur umständlich lösen lassen.

Auf energetischem Level sind neue Türen meist absolut unbedenklich: Sie werden in Sandwich-Bauweise gefertigt, sodass in ihrem Inneren viele Lufttaschen entstehen, die von Wärme und Kälte nur sehr schlecht passiert werden können. Auch eventuell vorhandene Fenster arbeiten dann nach dem Prinzip der Zwei- oder Dreifachverglasung und lassen Wärmeverlusten keinen Raum.

Wichtig ist jedoch, dass die Türe so eingebaut wird, dass sie verzugsfrei im Rahmen sitzt und dort keine Spalte auftreten – dieses Video zeigt wie es geht. Bei alten Türen ist aber genau die Verzugsfreiheit oft ein Problem. Zudem lässt sich bei ihnen an der Dämmung selbst leider nur wenig ändern. Allenfalls bei Markenprodukten kann der Fachmann im Inneren eine verbesserte Dämmung einbauen. Wer dennoch nicht auf seine liebgewonnene Tür verzichten möchte, kann aber beispielsweise direkt dahinter eine zweite Glastür verbauen, die den Türbereich vom restlichen Flur abtrennt.

Fenster und Türen auf energetischem Level

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Je größer die Fenster, desto mehr Licht im Innenraum – wer aber so großzügig verglast, wie in diesem Bild, muss für entsprechend isolierendes Glas tief in die Tasche greifen.

Fenster als Dämmwunder

In früheren Zeiten ließ sich an den damals einfach verglasten Fenstern im Winter oft ein Phänomen beobachten: Eisblumen. Dadurch, dass der geheizte Raum nur durch eine millimeterdicke Glasscheibe von der Außenwelt getrennt war, kondensierte an dessen eiskalter Oberfläche erst die Luftfeuchtigkeit des Raumes, um dann anschließend zu gefrieren. Bei Altbau-Fenstern zeugen die Ablaufrinnen am unteren Ende des Fensterrahmens auch heute noch davon.

Wie schon bei den Türen gilt auch hier: Wer modern kauft, hat kein Problem mit der Energetik. Ein zeitgemäß dreifach verglastes Fenster hat laut diesem Bericht einen Wärmedurchgangskoeffizienten von nur 0,8 W/(m² K). Etwas weniger kryptisch bedeutet das: Pro Jahr und Quadratmeter Fensterfläche entweicht nur so viel Wärme, wie sie mit sieben Litern Heizöl erzeugt werden kann.

Wichtig ist bei der Auswahl der Fenster aber auch der Rahmen. Und da gibt es heute am Markt die absolute Vielfalt für nur jede denkbare Bauform: Wer etwa auf Holz-Optik steht, bekommt Kunststofffenster, deren Rahmen täuschend echt wirken – dabei aber alle Vorteile eines modernen Kunststoffs mit sich bringen – sie verziehen sich nicht und müssen auch nicht regelmäßig gestrichen werden.

Aus alt mach neu

Daneben kann es aber für die Optik des Hauses auch vorteilhaft sein, einfach alte Fenster zu modernisieren.

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Hat ein altes Fenster ungewöhnliche Formate, oder lässt sich seine Optik nicht reproduzieren, muss der Fachmann ran.

Ideal ist es natürlich, wenn das Fenster bereits eine Doppelverglasung aufweist. In diesem Fall ist es vielfach sogar günstiger, einfach nur eine neue Verglasung, eventuell sogar dreifach, einsetzen zu lassen und so die Fenster auf zeitgenössische Energetik-Werte zu bringen, anstatt sie komplett zu tauschen. Aber es geht auch günstiger in Eigenregie: Beispielsweise existieren sogenannte Dämmfolien. Diese werden innen aufgebracht und reflektieren Wärme zurück in den Raum – und reduzieren dabei zwar nicht die Helligkeit des Glases an sich, wohl aber UV-Strahlen: Denn zusätzlich verhindern die Dämmfolien, die je nach Hersteller um 25 Euro pro Quadratmeter kosten, dass ultraviolette Strahlung in den Innenraum gelangt – und schützen so Möbel, Fotos und mehr vor dem Ausbleichen. Einige Produkte reduzieren gar den hörbaren Straßenlärm merklich und machen das alte Fenster so zum Schallschutzglas.

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Früher waren Sprossenfenster nötig, weil große Glasflächen nur teuer zu produzieren waren. Heute sind sie nur noch schmückendes Beiwerk – und diese Optik kann auch einfach durch von außen aufs Glas montierte Leisten erzielt werden.

Und selbst bei sehr alten, einfachverglasten Fenstern kann der Fachmann oft noch vieles retten: Dann nämlich, wenn er eine zweite Glasschicht aufbringt, was je nach Bauweise durchaus möglich ist. Wird dann noch der Rahmen durch neue Dichtungen angepasst, können so selbst viele Jahrzehnte alte Fenster von den energetischen Werten an Modernes heranreichen – jedoch ist diese Vorgehensweise nicht günstig und sollte daher nur zum Einsatz kommen, wenn schwerwiegende Gründe den Austausch nicht zulassen.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Wichtig ist, dass neue Fenster und Türen nicht besser dämmen, als die Wände um sie herum. Andernfalls kann es nämlich rasch zu Schimmelbefall kommen.

Bildquellen:
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Alle © fotolia.com



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