Dekonstruktivismus in der Mode als Kunst am Körper

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Anfang der 80er Jahre entsteht Dekonstruktivismus zuerst als eine internationale Strömung in der Architektur. Berühmte Vertreter wie: Zaha Hadid, Frank O. Gehry, Daniel Liebeskind, Peter Eisenmann, Günter Behnisch, Bernard Tschumi, Wiener Gruppe Coop Himmelblau schufen bemerkenswerte Architektur, die im Gegensatz zur traditionellen steht. Durch Haute Couture und Designermode gibt es als Analogie auch Dekonstruktivismus in der Mode. Dabei sind herkömmliche Regelmäßigkeit, Symmetrie und feste Ordnung weitgehend fremd. Modeschöpfer nehmen keine Rücksicht auf Alltagsleben oder Massenproduktion. Die Kleidung wird zweckfrei, jedoch fehlt die funktionale Gebundenheit am Körper nicht.

Dekonstruktivismus in der Mode – Geschichte und Entwicklung

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Dekonstruktivismus in der Mode zeichnet sich wie in der Architektur durch einen spielerischen Umgang mit den konstruktiven Elementen. Das, was Fundamente, Türen, Treppen und Dächer für einen Baukörper sind, sind der Schnitt, die Nähte, Säume und Verschlüsse der Kleidung. Herkömmliche Ordnungen und Proportionen werden in Frage gestellt. Jegliche Konventionen werden abgelehnt und neue ästhetische Kriterien gesetzt. Dekonstruktivismus folgt der Logik der Komplexität, des Widerspruchs und der Paradoxie. Die Mode wird als eine Kunst verstanden, die Ideen, Konzepte und Emotionen vermittelt, aber ihre grundlegendste Funktion nicht verliert.

Wie entstand der Dekonstruktivismus in der Mode: Drapage

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Zum Entstehen des Dekonstruktivismus in der Mode führte nicht die Strömung in der Architektur, sondern die älteste Form den Körper anzukleiden – die Drapage. Durch Falten, Verdrehen, Schneiden und Stecken wird der Stoff manipuliert und schließlich entsteht eine dreidimensionale Form. Zu den ersten Designerinnen, die ihre Entwürfe auf diese Weise gestalteten, zählen Madeleine Vionnet und Alix Grès. Ihre Kleider aus fließenden Stoffen umspielten die Frauenfigur und erlaubten viel Bewegungsfreiheit. Als Inspirationsquelle dienten meistens Elemente der antiken Kleidung. Durch Diagonale und unkonventionelle Nahtlösungen, Verknotungen, Verdrehungen entstanden Kleider, die nach zeitloser Eleganz streben. Die erste Kleiderkollektion entstand 1906 für das Modehaus „Doucet“.

Dekonstruktivismus in der Architektur – unregelmäßige Baukörper

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Dekonstruktivismus in der Mode durch Haute Couture – Balenciaga

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Später hat Balenciaga durch eine ähnliche Vorgehensweise seine Kollektionen entworfen, aber diesmal aus festeren Materialien. Bei ihm wirken die Silhouetten architektonisch und raumgreifend. Sie umrahmen den Körper skulpturartig und sind durch die ausbalancierten Proportionen und Detaillösungen einzigartig und als „Balenciaga“ sofort zu erkennen. Die kreative Freiheit bei der Entwicklung und Realisierung der Modelle gehört zu dem Haute Couture, das sich später als Prêt-à-porter-Mode etabliert hat. Dabei sind alle Kreationen Einzelanfertigungen und die Drapage hat sich als eine perfekte Methode für die Suche nach individuellen Silhouetten ausgezeichnet.

Dekonstruktivismus in der japanischen Mode – Issey Miyake und Yohji Yamamoto

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Mitte 80er wurden immer mehr Designer an dieser Technik interessiert und haben sie für die Entwicklung ihrer neuen Kollektionen oft verwendet. Verschobene Proportionen und gewollte Asymmetrie regten die Modewelt auf. Designer suchten nach unkonventioneller, aber sinnvoller Formensprache und Silhouetten, die ein bestimmtes Leitmotiv vermitteln. Eine neue Moderichtung entstand – der Dekonstruktivismus. Größter Einfluss übten die japanischen Modedesigner, die die Tradition der japanischen Tracht im modernen Kleid übertrugen.

Issey Miyake

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Im Unterschied zu der westlichen Kleidung, die auf den Körper konzentriert ist, legt die japanische großen Wert auf die Bewegung und die Freiheit. Issey Miyake experimentiert mutig mit neuen Stoffen, extremen Volumen und die Dimensionen des Körpers ändert sich ständig. In seinen Kollektionen sind Plissees oft zu sehen, die Kleidern und Röcken eine skulpturale Form verleihen. Dabei merkt man schon die Vorliebe des Designers für Theater- und Ballettkostüme.

Yohji Yamamoto

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Zu den einflussreichsten Vertreter des Dekonstruktivismus gehörten auch die japanischen Modedesigner Rei Kawakubo und Yohji Yamamoto, die auf moderne Art und Weise die japanische Kultur und bestimmte philosophischen Grundlagen in die Mode mit einbeziehen. Die Modelle von Yamamoto zeichnen sich durch Sinnlichkeit und Komfort aus und sind vor allem in zwei Farben – Schwarz und Weiß gestaltet, dadurch vermitteln sie innerlichen Frieden. Diese designt der Designer aus starren Geweben, die präsentieren, dass die Mode nicht nur aus schönen Oberflächen besteht.

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Für die Modeschöpfer, Vertreter des Dekonstruktivismus, steht im Vordergrund die kritische Auseinandersetzung mit den ästhetischen Gewohnheiten der Mode und der Gesellschaft grundsätzlich. Die Silhouetten bekommen einen experimentellen Charakter und wirken unfertig, zusammengesetzt und einfach dekonstruiert. Die Kleidung wird neu erfunden und hat eine ernüchternde Wirkung, die die japanischen Modeschöpfer nach England, Frankreich und Amerika übertragen.

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In den 90er Jahren haben sich drei weitere Modedesigner in Paris mit dem Dekonstruktivismus auseinandergesetzt: Ann Demeulemeester, Martin Margiela und Hussein Chalayan. Ihre Modelle dienen nicht mehr als eine schöne Präsentation des Körperideals, sondern als eine Hülle. Die Formensprache ist stark vom Material geprägt und im Vordergrund steht die Innovationskraft des Textildesigns.

Ann Demeulemeester

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Die belgische Designerin Ann Demeulemeester kreiert Silhouetten, die lässig, zufällig und unfertig wirken. Sie setzt auf starke Kontraste vor allem in Schwarz und Weiß, die durch die Materialität der Stoffe erreicht werden. Der enthüllte Köper gehört zu einem der wichtigen Gestaltungselementen der Modeschöpferin.

Maison Martin Margiela

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Auch ursprünglich aus Belgien nimmt Martin Margiela das Kleidungsstück auseinander und setzt ein neues daraus zusammen. Bei ihn funktioniert der Dekonstruktivismus fast als ein Verfahren Mode herzustellen. Aus Hosen werden Röcke, aus Handschuhen Oberteile und dabei zeigen die Nähte nach außen. Margiela macht sichtbar das, was in der Mode gewöhnlich verborgen ist. Die ungewöhnlichen zusammengesetzten Teile schaffen eine neue Ästhetik und die Kleidung bekommt eine besondere Bedeutung. Sehr interessant für die Persönlichkeit Maison Margiela ist, dass er nie gesehen bzw. fotografiert wurde. Er erschien selbst nie auf dem Laufsteg und wollte den Fokus nicht auf die Person des Designers, sondern auf seine Arbeit lenken.

Hussein Chalayan

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Hussein Chalayan ist durch seine außergewöhnliche Arbeitsweise bei der Gestaltung seiner Kollektionen bekannt. Seine Kleider lassen sich oft transformieren und wirken wie Objekte, die am Körper getragen werden. Ihm sind die konventionellen Materialien und Vorschriften zu wenig kreativ. Grundlage für seine Kollektionen sind Konzepte, die durch die Kleidung umgesetzt und in die Öffentlichkeit gestellt werden. Ein wichtiges Instrument für seine Modelle ist die Drapage und eine Inspirationsquelle – die antiken Gewänder.

Haider Ackermann

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In ihren aktuellen Kollektionen interpretieren zeitgenössische Designer wie Alexander McQeen, Haider Ackermann, Matthew Ames, Helmut Land, Jil Sander und etc. das Thema Dekonstruktivismus in der Mode. Sie lösen die Kleidung von ihrer nützlichen Funktion aus und transportieren die Idee für die Mode als eine Kunst, deren Bühne der Laufsteg ist.

Dekonstruktivismus in der Mode heute

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