Kinderwunsch: Was schon vor der Schwangerschaft wichtig ist

Autor: Ramona Berger

Erwacht der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind, sind viele Paare voller Vorfreude und Spannung. Die kommenden Monate entscheiden nicht nur darüber, ob und wie schnell sich der Kinderwunsch erfüllt. Auch legen werdende Eltern bereits jetzt den Grundstein für die Gesundheit ihres Babys. Wenngleich sie dabei nicht jedes Detail kontrollieren können, gibt es manche Dinge, die schon vor der Schwangerschaft beachtet werden sollten.

Nährstoffe: Wie wichtig ist Folsäure vor der Schwangerschaft?

Wie lange Folsäure vor Schwangerschaft

Mit Folsäure tritt einer der wohl wichtigsten Nährstoffe für Schwangere und Menschen mit Kinderwunsch auf den Plan. Auch wenn eine gute Versorgung mit zahlreichen Mikronährstoffen in der Zeit der Schwangerschaft von großer Bedeutung ist, sollte gerade die Folsäure bereits während der „Übungsphase“ besondere Aufmerksamkeit genießen.

Viele Menschen allerdings sind sich nicht sicher, wie viel Folsäure sie tatsächlich einnehmen müssen und wann der Start erfolgen sollte. Daher empfiehlt sich ein Besuch in der gynäkologischen Praxis, um dort auch die wichtigsten Aspekte der Kinderwunschzeit zu besprechen. Hier erfahren künftige Schwangere dann, dass sie spätestens vier Wochen vor dem Beginn der Schwangerschaft und auch während der kommenden Wochen Folsäure einnehmen sollten.

Warum ist das wichtig? Laut „Frauenärzte im Netz“ werden neben Neuralrohr-Defekten auch Herzfehler, Harnwegsdefekte sowie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten auf Folsäure-Mangel während der Embryonalentwicklung zurückgeführt. Wer also rechtzeitig mit der Folsäure-Supplementierung beginnt und die passende Dosierung mit fachkundigem Personal bespricht, senkt das Risiko für so einige Fehlbildungen.

Abstinenz: Auch die ersten Tage können das Ungeborene schädigen

vor schwangerschaft kein alkohol trinken

Die Zeit des Kinderwunsches ist vor allem deshalb spannend, weil Paare nicht wissen, wann der Schwangerschaftstest endlich positiv ist. Bei manchen dauert die Wartezeit nur wenige Wochen, während andere es wiederum durchaus ein halbes Jahr oder sogar länger probieren müssen.

Schon in dieser Zeit lohnt es sich, die möglichen Risikofaktoren für die Gesundheit des Kindes so gut es geht zu reduzieren und zu umgehen. Alkohol und Zigaretten beispielsweise sollten nun genau wie andere Genussmittel oder gar Suchtmittel nicht konsumiert werden. Dies könnte nämlich nicht nur die Gesundheit des Babys schädigen, sondern im Falle von Alkohol auch das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen.

Wer schwanger werden möchte, tut also gut daran, so zu leben, als sei der Schwangerschaftstest bereits positiv ausgefallen. Dies reduziert die gesundheitlichen Risiken deutlich und schützt das ungeborene Leben auch während der Zeit, in der die Schwangerschaft noch unentdeckt ist.

Regelmäßig oder nicht? Den Zyklus kennenlernen

vor der Schwangerschaft den Zyklus kennenlernen und Ovulationstage berechnen

Wie leicht oder auch schwer es ist, schwanger zu werden, wird von vielen Faktoren bestimmt. Ein entscheidendes Detail ist dabei der weibliche Zyklus. Er kann kürzer und länger als die üblicherweise genannten 28 Tage sein, wodurch sich auch der Zeitpunkt des Eisprungs verlagert.

Vor allem bei Menschen mit einem eher langen oder kurzen Zyklus ist es zudem möglich, dass sich der Eisprung nicht direkt in der Mitte befindet. Ein wenig Abhilfe schafft die Beobachtung des eigenen Zyklus. Nach wenigen Monaten wird klar, wie lang er im Durchschnitt ist. Dann können Zyklusrechner als Eisprungrechner verwendet werden.

Wer einen eher unregelmäßigen Zyklus hat, dessen Länge mehr als sieben Tage variiert, sollte auch in der gynäkologischen Praxis um Unterstützung bitten. Es gibt Möglichkeiten, den Zyklus durch Gabe verschiedener Mittel zu harmonisieren, sodass auch der Eisprung zuverlässiger bestimmt werden kann. Von der Selbstmedikation ist hierbei aber in jedem Fall abzuraten.

Entspannung: Es funktioniert selten sofort

Trauriges Paar nach negativem Schwangerschaftstestergebnis


Wie schon erwähnt kann es sein, dass sich Paare auf eine unterschiedlich lange Wartezeit einstellen müssen. Stellt sich die Schwangerschaft nicht binnen weniger Wochen oder eines Quartals ein, sorgt das nicht selten für Sorgen und Frust. Wichtig zu wissen ist an diesem Punkt allerdings, dass auch eine lange Wartezeit nicht zwangsweise ungewöhnlich sein muss.

Es gibt viele Einflussfaktoren, die den Erfolg während der Kinderwunschzeit beeinflussen. Wer jedoch das Gefühl hat, dass die Schwangerschaft schon viel zu lange auf sich warten lässt, sollte in der Praxis um Hilfe bitten. Je nach Alter und Situation kann es dann sein, dass der nächste Weg zu einer speziellen Kinderwunschklinik führt. Hier wird genau geschaut, ob es bestimmte Faktoren gibt, die als Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch wirken.

Aktiv bleiben: Sportliche Schwangere sind oft fitter

sportliche Aktivität in der frühen bis späten Schwangerschaft wird empfohlen

Lange Jahre galt die Zeit der Schwangerschaft als eine Phase, während der sich Schwangere so gut wie nur möglich schonen sollen. Nicht zu viel Bewegung und schon gar keine Anstrengung zumuten, das war die Devise. Inzwischen wandelt sich das allerdings und sportliche Aktivität in der frühen bis späten Schwangerschaft wird sogar empfohlen. Fitte Schwangere nämlich genießen einige Vorteile und sind laut Experten seltener von Komplikationen betroffen. Auch soll eine aktive Schwangerschaft dabei helfen, eine leichtere Geburt zu haben.

In der Kinderwunschzeit ist es daher absolut richtig und wichtig, weiterhin in Bewegung zu bleiben. Das German Journal of Sportsmedicine, auch als Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin bekannt, zeigt in einem Artikel auf, was es in der Schwangerschaft zu beachten gilt.

sport während schwangerschaft im 2. trimester


Wichtig ist selbstverständlich, dass körperliche Überforderung, schweres Heben und bestimmte Bewegungsabläufe sowie starke Erschütterungen tatsächlich vermieden werden sollten. Wie genau die Sportroutine in der frühen bis späten Schwangerschaft aussehen kann, sollte in einem eingehenden Gespräch mit Frauenarzt oder -ärztin geklärt werden.

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