Zoom-Fatigue: Die Ermüdung ist bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern

Autor: Ramona Berger

Neue Forschungsergebnisse aus Stanford zeigen, dass eine endlose Parade von Onlinemeetings Frauen müder macht als Männer. Alter, Rasse und Persönlichkeit spielen ebenfalls eine Rolle, wenn es um die Auswirkungen der Zoom-Fatigue geht.

Zoom-Fatigue ist Ermüdung durch Onlinemeetings

Mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie kennen die meisten von uns das Konzept der „Zoom-Fatigue“ – das Gefühl der vollen Erschöpfung nach einem Tag, den man mit Videoanrufen verbracht hat. Stanford-Forscher haben bereits einige der Gründe für die Zoom-Müdigkeit herausgefunden, einschließlich übermäßigen Augenkontakts und höherer kognitiver Belastung. Nun zeigt eine neue Studie der Universität, dass sich Frauen nach Zoom- und anderen Videoanrufen viel häufiger erschöpft fühlen als Männer.

Die Studie, die am Dienstag im „Social Science Research Network“ veröffentlicht wurde, befragte im Februar und März mehr als 10 000 Personen, um die individuellen Unterschiede in Bezug auf Burnout durch die Nutzung von Videokonferenztechnologien im vergangenen Jahr zu verstehen. Insgesamt gab eine von sieben Frauen (fast 14 Prozent) an, sich nach Zoom-Anrufen „sehr“ bis „extrem“ erschöpft zu fühlen, verglichen mit einem von 20 Männern (5,5 Prozent).

Schwarze Frau macht Onlinemeeting

Der Hauptgrund für diesen Unterschied scheint die Zunahme dessen zu sein, was Psychologen als „selbstfokussierte Aufmerksamkeit“ bezeichnen, oder das Bewusstsein, wie man in einem Gespräch aussieht oder rüberkommt. (Die Forscher haben empfohlen, die Kamera auszuschalten, um dies abzumildern.) Und während Männer und Frauen in der Regel die gleiche Anzahl von Meetings pro Tag haben, dauern die Meetings von Frauen tendenziell länger. Frauen machen auch seltener Pausen zwischen den Meetings, was die Müdigkeit erhöhen kann.

Mann im Video Anruf mit vielen Menschen

Abgesehen vom Geschlecht fanden die Forscher Unterschiede im Grad der Zoom-Fatigue je nach Persönlichkeitstyp, Alter und Rasse. Extrovertierte Personen berichteten, dass sie sich nach Videogesprächen weniger erschöpft fühlten als Introvertierte, ebenso wie ruhige, emotional stabile Personen im Vergleich zu denjenigen, die eher ängstlich sind. Jüngere Teilnehmer berichteten über ein höheres Maß an Erschöpfung als ältere. Teilnehmer afrikanischer Herkunft berichteten auch über ein etwas höheres Maß an Erschöpfung im Vergleich zu anderen Teilnehmern. Die Forscher sagen, dass sie nun in einer Folgestudie untersuchen, was insbesondere zu diesem Ergebnis beiträgt.

Die Ergebnisse der ersten Standford-Studie zu Zoom-Fatigue, gibt es auf der Newsplattform der Universität zu lesen.

Die neue Studie vom 5. April 2021 im Social Science Research Network

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