Blütenstart im Winter: Welche Blumen Sie im Januar drinnen aussäen sollten

Jetzt säen, später genießen: Für einen Sommer voller Blüten!

von Ramona Berger

Das Vorziehen auf der Fensterbank ist unkompliziert, günstig und überraschend befriedigend. Sie brauchen keine Hightech-Ausrüstung: Saatschalen oder kleine Töpfe, etwas Anzucht- oder Blumenerde, Pflanzenetiketten und eine durchsichtige Abdeckung reichen völlig aus. Ein heller Platz bei 15–20 °C – etwa ein Küchenfenster – erledigt den Rest.

Hier kommen fünf bewährte Blumen, die sich im Januar besonders gut vorziehen lassen. Zu jeder finden Sie den botanischen Namen, eine einfache Aussaat-Anleitung und Tipps für die nächsten Schritte bis zum Umzug nach draußen.

1) Begonien (Begonia × semperflorens, Begonia tuberhybrida)

begonien

Begonien sind wahre Dauerblüher – perfekt für Balkonkästen, Töpfe und halbschattige Beete. Besonders Knollen- und Eisbegonien danken eine frühe Aussaat mit kräftigen Pflanzen, die später zuverlässig durchblühen.

So starten Sie aus Samen: Begoniensamen sind staubfein und zählen zu den Lichtkeimern. Streuen Sie die Samen im Januar auf feine Anzuchterde, nicht mit Erde bedecken, nur sanft andrücken. Anschließend vorsichtig anfeuchten (Sprühflasche ist ideal) und die Schale mit einer durchsichtigen Haube oder Folie abdecken. Stellen Sie alles hell und warm bei 20–22 °C.

Keimdauer: meist 10–20 Tage.

Wann in Töpfe umsetzen? Sobald mehrere echte Blätter sichtbar sind, die Pflänzchen vorsichtig pikieren und in kleine Töpfe (ca. 8 cm) setzen.

Was danach? Begonien bleiben zunächst drinnen, bis es draußen dauerhaft frostfrei ist. Ab Mai können sie nach draußen – am besten zuerst halbschattig, dann schrittweise an mehr Licht gewöhnen. Gleichmäßig gießen, Staunässe vermeiden.

2) Duftwicken / Edelwicken (Lathyrus odoratus)

edelwicke

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Kaum eine Sommerblume riecht so herrlich wie die Duftwicke. Sie ist romantisch, üppig und als Schnittblume ein echter Glücksgriff: Wer regelmäßig schneidet, verlängert die Blüte oft bis in den Spätsommer.

So starten Sie aus Samen: Die Samen vor dem Säen 12 Stunden in Wasser einweichen. Danach etwa 2–3 cm tief in 10–12 cm hohe Töpfe säen (ca. 5 Samen pro Topf). Ein eher kühler Platz ist ideal: ca. 15 °C am hellen Fenster.

Keimdauer: etwa 12–21 Tage.

Wann in Töpfe umsetzen? Wenn die Keimlinge stabil sind, können sie in einzelne Töpfe umgesetzt werden (oder im Aussaat-Topf bleiben, bis sie kräftiger sind). Praktisch ist auch die Anzucht in Papprollen, weil Wicken gerne tiefer wurzeln.

Was danach? Sobald 2–4 Blattpaare da sind, die Triebspitze abknipsen – das macht die Pflanzen buschiger. Ab April langsam abhärten (tagsüber raus, nachts rein). Auspflanzen im Mai und eine Rankhilfe bereitstellen (Stäbe, Netz, Spalier). Jungpflanzen vor Schnecken schützen.

3) Löwenmäulchen (Antirrhinum majus)

löwenmäulchen

Löwenmäulchen erleben gerade ein Comeback – und das völlig zu Recht. Sie bringen Struktur und Höhe ins Beet, wirken in Sträußen herrlich nostalgisch und blühen bei guter Pflege erstaunlich ausdauernd.

So starten Sie aus Samen: Im Januar flach auf Anzuchterde aussäen und nicht bedecken (Lichtkeimer). Bei 18–20 °C hell stellen, gleichmäßig feucht halten, aber nicht „ersäufen“.

Keimdauer: meist 10–14 Tage.

Wann in Töpfe umsetzen? Wenn die Keimlinge gut zu greifen sind, pikieren und in 8 cm-Töpfe setzen.

Was danach? Löwenmäulchen mögen es nach der Keimung etwas kühler, sonst werden sie schnell lang und dünn. Ab April an draußen gewöhnen. Je nach Region dürfen sie oft schon ab Ende April ins Beet, da sie kurze Kälteeinbrüche besser verkraften als viele andere Sommerblumen.

4) Lupinen (Lupinus polyphyllus)

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Lupinen bringen Höhe, kräftige Farben und dieses „Cottage-Garden“-Gefühl, das sofort nach Sommer aussieht. Als Stauden kommen sie jedes Jahr wieder – ideal für naturnahe Gärten und moderne Staudenbeete.

So starten Sie aus Samen: Samen über Nacht einweichen. Im Januar etwa 1 cm tief in Anzuchterde säen. Keimtemperatur: 15–20 °C. Eine Abdeckung (Haube/Folie) hilft, die Feuchtigkeit zu halten.

Keimdauer: ca. 21–42 Tage – hier ist Geduld gefragt.

Wann in Töpfe umsetzen? Sobald die Jungpflanzen kräftig sind, einzeln in kleine Töpfe (8 cm) setzen. Lupinen reagieren empfindlich auf Wurzelstress, daher sanft und zügig arbeiten.

Was danach? Ab Mai auspflanzen, mit etwa 60 cm Abstand. Sonniger Standort ist ideal. Im ersten Jahr blühen viele Sorten ab August, in den Folgejahren oft schon zwischen Mai und Juli. Bei Trockenheit regelmäßig gießen, in Beeten Unkrautdruck gering halten.

5) Lobelien (Lobelia erinus)

lobelien

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Zart, aber wirkungsvoll: Lobelien sind perfekte Begleiter für Balkonkästen, Ampeln und Kübel. Besonders hängende Sorten sorgen für diesen weichen „Blütenfall“, der alles sofort fertiger aussehen lässt.

So starten Sie aus Samen: Sehr feines Saatgut, daher im Januar nur aufstreuen und leicht andrücken. Nicht bedecken (Lichtkeimer). Keimtemperatur: 18–20 °C. Gleichmäßig feucht halten – am besten mit Sprühflasche.

Keimdauer: meist 10–14 Tage.

Wann in Töpfe umsetzen? Lobelien werden häufig büschelweise pikiert (kleine Grüppchen statt einzeln) und dann in Töpfe oder Multitopfplatten gesetzt.

Was danach? Nach den letzten Frösten, also meist ab Mitte Mai, dürfen Lobelien dauerhaft nach draußen. Wichtig: Regelmäßig gießen – Austrocknen verzeihen sie kaum.

Nach dem Vorziehen: Das ist jetzt wichtig

Egal welche Blume Sie wählen: Ab März sollten die Jungpflanzen regelmäßig gedreht werden, damit sie nicht schief zum Licht wachsen. Wenn die Tage länger werden, lohnt sich außerdem ein etwas kühlerer Standort, damit die Pflanzen kompakt bleiben. Ab April beginnt das Abhärten: tagsüber kurz nach draußen stellen, nachts wieder reinholen. Steigern Sie die Zeit an der frischen Luft Schritt für Schritt – und schützen Sie die Pflänzchen anfangs vor Wind und praller Sonne.

Fazit: Der Januar ist kein grauer Gartenmonat, sondern der Startschuss für ein buntes Jahr. Wer jetzt sät, wird im Sommer belohnt – mit kräftigen Pflanzen, früher Blüte und dem guten Gefühl, alles selbst gezogen zu haben. Und seien wir ehrlich: Es gibt kaum etwas Schöneres, als an einem Wintermorgen die ersten grünen Spitzen auf der Fensterbank zu entdecken.

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Ramona aus Frankfurt ist Mutter der zweijährigen Kaia. Ihre Leidenschaften sind Zumba, Natur und Gärtnern, was sie in ihrem Hinterhofparadies auslebt. Sie sucht ständig nach Mama-Hacks und Kochtipps, um den Alltag effizienter zu gestalten. Kreative Ideen für Kinderentwicklung und aktuelle Trends in Mode und Ernährung begeistern sie ebenfalls. Seit 2013 schreibt Ramona für Deavita, stets gründlich recherchiert und oft durch Experteninterviews gestützt. Sie hat Psychologie in Freiburg studiert.