Der Herbst lockt viele Gärtner nach draußen: Die Temperaturen sind angenehm, der Boden ist locker und durch den Regen gut befeuchtet – ideale Bedingungen, um neue Beete zu gestalten. Aber stimmt das wirklich für jede Pflanze? Kann man im Herbst bedenkenlos alles in die Erde setzen? Oder gibt es Arten, die zu dieser Jahreszeit schlicht keine Chance haben, den Winter zu überstehen?
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Herbstzeit ist Pflanzzeit! Die Temperaturen sind sehr angenehm, es regnet und der Boden lässt sich leicht verarbeiten. Und während viele Blumen, Gräser und Stauden gerade jetzt eingesetzt werden – es gibt auch wenige, die Sie jetzt auf keinen Fall einpflanzen sollten. Welche sie sind und warum es für sie jetzt der falsche Zeitpunkt ist, verraten wir Ihnen im Artikel!
Herbst: Keine gute Pflanzzeit für frostempfindliche Arten
Foto: Shutterstock/Manfred Ruckszio
Für viele Pflanzen ist der Herbst die Zeit, ihre Wurzeln auszubilden und sich für den kommenden Winter vorzubereiten. Frostempfindliche Arten haben es besonders schwer und brauchen mehr Zeit. Von mediterranen Schönheiten wie Lavendel, exotischen Gehölze wie Palmen und Farnen bis hin zu manchen Obstbäumen – sollten nicht im Herbst eingepflanzt werden. Die jungen Pflanzen haben nicht ausreichend Zeit, sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen und werden erfrieren. Auch langsam wachsende Arten, die mehr Zeit zur Wurzelbildung brauchen, werden die kalte Jahreszeit nicht überstehen. Ein gut ausgebautes Wurzelwerk ist entscheidend, damit die Pflanze beim Bodenfrost Wasser aus den unteren Schichten aufnehmen kann.
Die nächsten Pflanzen sollten Sie also besser jetzt nicht in den Garten auspflanzen. Sie sollten den Winter am besten im Kübel im Wintergarten verbringen. Manchmal hat man als Hobby-Gärtner aber keine Wahl – zum Beispiel, weil es Platz im Winterquartier fehlt. Dann sollten Sie so früh wie möglich, am besten direkt am Sommerende die Pflanzen einsetzen.
Gartenarbeit richtet sich auch nach der Tageszeit. Folgende Aufgaben sollten Sie besser in die Abendstunden verlegen - für gesunde Pflanzen!
Immergrüne Sträucher wie Buchsbaum, Stechpalme oder Rhododendron verlieren auch in der kalten Jahreszeit über ihre Blätter stetig Wasser. Zusätzlich dazu können austrocknende Winde den Wasserverlust verstärken. Gleichzeitig bilden sie langsam ihre Wurzeln aus. Feine junge Wurzeln können leicht Frostschäden erleiden, wenn sich der Dauerfrost einsetzt.
Immergrüne Laubgehölze werden deswegen entweder im Frühjahr oder im Spätsommer. Ende August ist im Prinzip ein guter Zeitpunkt zur Pflanzung von Solitärgehölzen. Bei Heckenpflanzen besser bis zum Frühling abwarten – die Investition in einer Hecke ist groß und das Risiko von Trockenschäden und Frostschäden im Herbst zu hoch. Im Frühling haben die Gehölze dagegen ausreichend Zeit, ein gesundes Wurzelsystem zu entwickeln.
Eibisch bevorzugt warme Böden
Foto: Shutterstock/Gabriela Beres
Der Eibisch stammt aus den Subtropen und ist heutzutage auch in den tropischen Gebieten weit verbreitet. Das Gehölz bevorzugt wärme Böden und braucht Zeit, um anzuwachsen. Erst dann kann er den Winter problemlos überstehen. Junge Gehölze, die man aus dem Gartencenter holt, brauchen extra viel Zeit, um sich vom Transportstress zu erholen und an den neuen Standort gewöhnen. Daher ist eine Herbstpflanzung besonders ungünstig. Sollten Sie sich trotzdem dafür entscheiden, decken Sie den Wurzelbereich mit einer dicken Mulchschicht, um die Wurzeln vor Frost zu schützen. Regelmäßige Wassergarben bis Ende September sind absolutes Muss.
Sommerblühende Zwiebelblumen erst nach den Eisheiligen pflanzen
Foto: Shutterstock/natalia bulatova
Zwiebelblumen, die im Frühjahr blühen, sind im Prinzip winterhart und werden im Herbst in die Erde gesetzt. Hyazinthen, Tulpen und Co. treiben dann im Frühling voller Kraft aus. Im Unterschied dazu sollten sommerblühende Zwiebelblumen wie Dahlien, Gladiolien, Lilien, Montbretien und Begonien im Frühjahr gepflanzt werden. Sie sind frostempfindlich und dürfen erst nach den Eisheiligen in den Garten. Den Winter verbringen die Blumenzwiebeln in Holzkisten an einem trockenen und kühlen (aber nicht frostigen) Platz im Winterquartier. Draußen haben sie keine Chance – sie werden erfrieren.
Wärmeliebende Gemüsearten – Keine Herbstpflanzung möglich
Diese Pflanzenkombination kann mit den richtigen Tricks zu einem echten Gartenparadies werden. Hortensien vor Thuja-Hecke pflanzen Sie so!
Folgende Gemüsearten haben einen hohen Wärmebedarf: Auberginen, Gurken, Buschbohnen, Melone, Tomaten, Kürbisse, Paprika- und Maispflanzen. Sie bevorzugen Temperaturen über 10 Grad Celsius, und wachsen kräftig erst ab 15° C. Mittleren Wärmebedarf haben dagegen Brokkoli, Erbsen, Kohlrabis, Sellerie, Rote Bete und Spargel – alle brauchen Temperaturen um die 20° C, damit sie kräftig anwachsen und Früchte tragen können. Ein günstiger Zeitpunkt, diese zu pflanzen, ist daher der Frühling. Im Herbst werden sie keine Früchte mehr tragen.
Wer im September und Oktober Gemüse ernten möchte, der pflanzt bzw. säet jetzt Rucola, Spinat und Salat.
Großblättrige Bauernhortensien – Jungpflanzen sind empfindlich
Foto: Shutterstock/Sydni Rudowitz
Hortensien sind winterharte und sehr robuste Pflanzen. Großblättrige Bauernhortensien können bis zu -30° C problemlos trotzen, wenn sie gut im Garten angewachsen sind. In den ersten Jahren sind die Pflanzen allerdings nur bedingt winterhart. Gerade direkt nach der Einpflanzung brauchen die jungen Sträucher möglichst viel Zeit, um sich an den neuen Standort anzupassen. Daher sollten die großblättrigen Bauernhortensien ausnahmsweise im Frühjahr gepflanzt werden und können den nächsten Winter gestärkt überstehen.
Mediterrane Pflanzen
Foto: Shutterstock/Vera Larina
Selbst winterharte mediterrane Pflanzen brauchen mindestens 8 Wochen, bevor sich der erste Frost ansetzt, um anzuwurzeln. Jungpflanzen werden häufiger von Krankheiten und Schimmel befallen, wenn im Herbst regnet. Selbst Spätsommer ist kein guter Zeitpunkt zum Einpflanzen. Warten Sie besser bis zum Ende Mai ab.
Olga Schneider ist begeisterte Hobby-Gärtnerin mit Interesse am naturfreundlichen Gemüse- und Obstanbau im Nutzgarten, sowie an Pflege von Blumen und Zierpflanzen. Auf Deavita ist sie auch in den Kategorien Ordnung im Haushalt und Putztipps aktiv, wo sie Ratschläge zu umweltfreundlichen und natürlichen Hausmitteln gibt. In Ihrer Freizeit stöbert sie gerne durch Seiten über Mode, Nageldesign und Haartrends. Sie backt gerne und probiert zusammen mit ihrer Familie neue Rezepte.