Ein Trend, den man in vielen Neubauwohnungen heute sieht, heißt offener Flur-Wohnbereich. Statt klassischer, enger Dielen geht der Eingangsbereich direkt in Küche, Ess- und Wohnzimmer über. Das sorgt für ein großzügiges Raumgefühl, bringt aber auch Herausforderungen mit sich: Wohin mit Jacken, Schuhen und Alltagsgegenständen, ohne dass gleich beim Betreten Unordnung den ersten Eindruck stört?
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Wir haben vier Projekte herausgesucht, die zeigen, wie sich ein solcher Grundriss elegant und praktisch zugleich gestalten lässt.
Beispiel 1: Einbauschränke und Spiegel als elegante Lösung
In der ersten Wohnung haben die Planer das Problem der fehlenden Garderobe besonders raffiniert gelöst. Gleich links neben der Haustür erstreckt sich ein hoher Einbauschrank bis zur Decke, der nicht nur Jacken und Taschen aufnimmt, sondern auch Platz für Staubsauger oder Putzmittel bietet.
Shutterstock / Maesta Film
Neben der schwarzen Wohnungstür sitzt ein bodentiefer Spiegel, der zwei Funktionen erfüllt: Er vergrößert optisch den Eingangsbereich und ist praktisch für den letzten Outfit-Check.
Das Besondere: Die Schrankfronten sind exakt in Wandfarbe lackiert. So „verschwindet“ die Garderobe fast unsichtbar im Hintergrund. Vermutlich verbirgt sich auch die Schuhaufbewahrung in den unteren Schrankteilen – offene Regale, die Unruhe in den Raum bringen würden, sucht man hier vergeblich.
Shutterstock / Maesta Film
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Das Ergebnis? Ein Eingangsbereich, der sich nahtlos in den stilvollen Wohnbereich einfügt, ohne auf praktische Funktionen zu verzichten.
Beispiel 2: Clever getrennt – Die U-Küche als natürlicher Raumteiler
Shutterstock / Ventura
Auch im zweiten Projekt zeigt sich, dass clevere Planung Gold wert ist. Die Küche ist als U-Form angelegt, wobei eine dunkelgraue Wand die Rolle des Raumteilers übernimmt. So bleibt der Eingangsbereich offen, wirkt aber dennoch klar abgegrenzt.
Shutterstock / Ventura
Links vom Eingang wurde eine kompakte Garderobenlösung in die Nische integriert. Eine Sitzbank mit Stauraum erleichtert das Schuheanziehen, schwarze Haken an der Wand halten die Jacken des Alltags bereit. Über der Tür gibt es zusätzliche Hängeschränke – perfekt für Mützen oder Schals, die nicht ständig gebraucht werden.
Ein vertikaler Spiegel an der Seite der Trennwand hellt den Bereich auf und macht ihn optisch größer. Besonders charmant ist die kleine Holznische für Schlüssel und Post – ein winziges Detail, das den Alltag erleichtert.
Ein schmaler, langer Flur kann mit dem richtigen Licht, den passenden Farben und guten Ideen für Deko und Möbel ein echter Wohlfühlort werden.
Shutterstock / Ventura
Beispiel 3: Garderobe auf weißen Latten und maßgefertigter Schrank
Shutterstock / Ventura
Im dritten Beispiel wurde die Garderobe bewusst sichtbar, aber dezent umgesetzt: Direkt neben der Tür steht ein weißes Lattenelement mit schwarzen Haken. Es trennt den Eingang leicht von der Küche ab und dient gleichzeitig als Ablage für Jacken und Taschen.
Die Küche selbst ist komplett in Weiß gehalten, inklusive hexagonaler Fliesenrückwand – dadurch wirkt der offene Grundriss hell und freundlich. Hinter der Lattenwand gibt es sogar einen Platz für ein Küchentuch, praktisch und unauffällig zugleich.
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An der gegenüberliegenden Wand steht ein maßgefertigter Kleiderschrank, der bis zur Decke reicht. Clever gelöst: Unten bleibt eine offene Nische für Schuhe frei. So blockieren keine Straßenschuhe den Eingangsbereich.
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Ein weiteres Detail fällt sofort auf: Der Esstisch wurde quer an die Küche angesetzt. Diese Ausrichtung verlängert die Arbeitsfläche wie eine kleine Kochinsel und schafft gleichzeitig eine optische Trennung zwischen Kochen und Wohnen. Der Tisch bietet Platz für zwei bis drei Personen und kann als Arbeitsfläche genutzt werden. Farblich fügt er sich mit weißer Platte und schwarzen Beinen perfekt ins Gesamtkonzept ein.
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Beispiel 4: Farbige Garderobe, Materialwechsel und versteckter Elektrokasten
Shutterstock / Ventura
Der komplette Eingangsbereich ist in kräftigem Gelb gestaltet – von der Eingangstür über die Wände bis hin zu den maßgefertigten Schränken. So hebt sich dieser Bereich klar vom Wohnraum ab und wirkt wie ein eigenständiges Designelement.
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Hochschränke mit geschlossener Front sorgen für Stauraum, während unten eine Nische für Schuhe frei bleibt. Ein schmaler Spiegel lockert die Front auf, kleine offene Regale bieten Platz für Schlüssel oder Deko. Der Farbakzent macht sofort gute Laune und schafft trotz offener Gestaltung eine klare Zonierung.
Auch beim Boden wurde mitgedacht: Im Flur liegen pflegeleichte Fliesen, im Wohn-Essbereich warmes Holzparkett. Praktisch und zugleich ein eleganter Übergang.
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Die Küche ist schlicht-modern mit hellen Fronten und offenen Holzregalen, die Funktionalität und Wohnlichkeit verbinden. Besonders spannend ist hier ein verstecktes Detail: Der Elektrokasten wurde unsichtbar in die Küchenwand integriert – und zwar hinter einem offenen Regal. Auf den ersten Blick sieht man nur dekorativ bestückte Regalböden, doch der gesamte Block ist aufklappbar. So bleibt der Kasten zugänglich, ohne den offenen Raum optisch zu stören.
Shutterstock / Ventura
Fazit: Offene Flure brauchen gute Ideen
Ein offener Flur-Wohnbereich bringt ein großzügiges Raumgefühl, stellt Bewohner aber vor die Frage: Wo bleibt die Garderobe, wo die Schuhe? Die vier gezeigten Projekte machen deutlich, dass es viele Lösungen gibt – von unsichtbaren Einbauschränken über clevere Nischen bis hin zu mutigen Farbkonzepten.
Wenn Sie selbst planen, überlegen Sie, was Ihnen im Alltag am wichtigsten ist: unsichtbarer Stauraum, schnelle Ablageflächen oder eine klare Zonierung durch Farbe und Material. Mit der richtigen Idee kann auch Ihr Eingangsbereich nahtlos in den Wohnraum übergehen – und dabei ebenso praktisch wie wohnlich sein.
Ramona aus Frankfurt ist Mutter der zweijährigen Kaia. Ihre Leidenschaften sind Zumba, Natur und Gärtnern, was sie in ihrem Hinterhofparadies auslebt. Sie sucht ständig nach Mama-Hacks und Kochtipps, um den Alltag effizienter zu gestalten. Kreative Ideen für Kinderentwicklung und aktuelle Trends in Mode und Ernährung begeistern sie ebenfalls. Seit 2013 schreibt Ramona für Deavita, stets gründlich recherchiert und oft durch Experteninterviews gestützt. Sie hat Psychologie in Freiburg studiert.