Lohnfortzahlungsbetrug in Coronazeiten: Das sollten die Arbeitgeber wissen

Von Olga Schneider

Die Corona-Krise hat bei vielen finanzielle Konsequenzen ausgelöst, sei es bei Arbeitgebern oder bei Arbeitnehmern. Angestellte mussten teilweise auf ihren Lohn verzichten und viele Selbstständige blieben die Kunden weg. Es hieß, sich neu zu orientieren und sich Alternativen auszudenken. Manchen ist das gelungen, doch andere hatten nicht so viel Glück. Was tun, wenn die Mitarbeiter zu noch mehr finanziellen Belastungen beitragen, indem sie unberechtigt krankfeiern und Lohnfortzahlung beanspruchen? Das sollten Arbeitgeber über einen Lohnfortzahlungsbetrug in Coronazeiten wissen.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist kein Kavaliersdelikt

Wie soll Unternehmen bei Krankheitsfällen handeln

Zunächst einmal sei klargestellt, dass es kein Kavaliersdelikt ist, wenn Mitarbeiter einen „gelben Schein“ einreichen, obwohl sie nicht krank sind. Sie schieben eine ruhige Kugel, während der Arbeitgeber sich darum kümmern muss, einen Teil der Lohnfortzahlung von der Krankenkasse zurückzubekommen. Zudem bedeutet der Ausfall eines Mitarbeiters mehr Arbeit für die anderen oder Überstunden für den Chef. Ein Lohnfortzahlungsbetrug in Coronazeiten ist unkollegial und illoyal.

Gerade in kleinen Betrieben, die aufgrund der Corona-Krise stark betroffen sind, wie etwa Nagelstudios, Friseursalons oder Gaststätten, zählt jeder Euro. Doch auch jeder andere Betrieb in Deutschland hatte mit den Auswirkungen der staatlich verordneten Geschäftsschließungen zu tun. Viele Betriebe statteten ihre Mitarbeiter mit neuen Geräten für die Arbeit im Homeoffice aus. Sie investierten viel Geld in den Ausbau der digitalen betrieblichen Infrastruktur, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Die Belastungen auf die Betriebe war und ist enorm.

Wer krank ist, muss sich erholen

Krankfeiern oder richtig krank wie Arbeitgeber Betrug erkennen

Auch an Mitarbeitern ist diese Zeit nicht spurlos vorübergegangen. So manche Stressbelastung hat sich bemerkbar gemacht. Zudem hat die Zahl derer zugenommen, die aufgrund der derzeitigen Situation eine Depression entwickelt haben. Solche Beschwerden haben ernsthafte Konsequenzen für das Leben eines Menschen und sollten deshalb möglichst frühzeitig behandelt werden. Fehlende Bewegung wirkt sich auf das allgemeine Wohlbefinden aus und macht den Körper anfälliger für Infektionen. Selbstverständlich gilt der Grundsatz, wer krank ist, muss sich erholen. Genau dafür wurde die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geschaffen.

Lohnfortzahlungsbetrug in Coronazeiten: Wie der Verdacht aufkeimt, dass ein Mitarbeiter „krankfeiert“

Lohnfortzahlung bei krankfeiern verhindern und Geld sparen

Arbeitnehmer können zum Arzt gehen, um sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen. Diese beweist prinzipiell, dass sie krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erscheinen können. Dieses Attest ermöglicht es Arbeitgebern, eine Teilerstattung der fortlaufenden Lohnzahlungen zu beantragen. Der Anteil liegt zwischen 50 und 80 % der Aufwendungen. Den Rest muss der Arbeitgeber selbst tragen.

Wann könnten Arbeitgeber berechtigte Zweifel entwickeln, dass ein Mitarbeiter unerlaubt krankfeiert? Die folgende Auflistung gibt Anhaltspunkte:

● Die Krankmeldung steht im zeitlichen Zusammenhang mit Streitereien auf der Arbeit. Beispielsweise wurde ein Urlaub abgelehnt oder es gab Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten oder dem Chef.
● Mitarbeiter melden sich direkt vor dem Urlaub oder direkt im Anschluss nach dem Urlaub krank. Dadurch wird der Urlaub oft um ein paar Tage verlängert.
● Ein Arbeitnehmer postet während seiner Krankheit in den sozialen Medien Fotos von Partys, von fröhlichen Festen oder von Aktivitäten, die während der Krankheit nicht ausgeübt werden dürfen.
● Ein Krankenschein wird auf eine ungewöhnliche Weise ausgestellt, beispielsweise mehrere Tage rückwirkend.
● Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird von einem Online-Arzt ausgestellt, der per Internet eine Ferndiagnose stellt, ohne den Patienten zu untersuchen.

Lohnfortzahlungsbetrug in Coronazeiten: Was tun gegen Blaumacher?

Untersuchung Krankzettel falsche erkennen Tipps


Was können Arbeitgeber unternehmen, wenn sie vermuten, dass es sich um einen Lohnfortzahlungsbetrug handeln könnte? Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Blaumachern auf die Spur zu kommen.

Die erste Möglichkeit ist zu recherchieren. Arbeitgeber können einen unangekündigten Besuch durchführen, um festzustellen, ob der Mitarbeiter tatsächlich krank ist. Auf diese Weise lassen sich Informationen beschaffen, die bei einem Rechtsstreit als Beweis dienen können. Arbeitgeber können sich zu diesem Zweck Hilfe von einer Detektei holen. Die Detektei Lentz arbeitet in ganz Deutschland und kann von Hamburg über Bielefeld, Berlin oder München Arbeitgeber unterstützen. Auch Firmen, die international arbeiten, finden in der Detektei Unterstützung. Einer der Haupteinsatzbereiche ist der Lohnfortzahlungsbetrug. Die erfahrenen Experten wissen, wie sie sich verhalten müssen, um aussagekräftige Beweise zu sammeln, die auch vor Gericht Bestand haben. Sie können einschätzen, ob die gesammelten Beweise ausreichen, um Strafanzeige gegen Lohnfortzahlungsbetrug zu erstatten. Nach eigenen Angaben konnte die Detektei bei 81 % der Fälle den Lohnfortzahlungsbetrug im Krankheitsfall gerichtsverwertbar nachweisen. Die Folge daraus war meistens eine fristlose Kündigung.

Alternative: Medizinischen Dienst einschalten

krankgeschriebene krankfeiern wie Betrug erkennen

Arbeitgeber können alternativ den Medizinischen Dienst einschalten. Dieser arbeitet mit den Krankenkassen zusammen und wird von ihnen bezahlt. Die Krankenkasse entscheidet auch, ob der Medizinische Dienst ein Gutachten erstellen soll oder nicht. Unter bestimmten Voraussetzungen aber müssen Krankenkasse aktiv werden und einen Gutachter des Medizinischen Dienstes einschalten. Dies gilt etwa dann, wenn Mitarbeiter auffällig oft arbeitsunfähig sind, die Krankheitstage häufig am Anfang oder am Ende der Arbeitswoche liegen oder wenn ein Arzt die Bescheinigung ausstellt, der ohnehin aufgrund seiner großen Menge von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auffällig geworden ist.

Wenn der medizinische Dienst eingeschaltet wird, wird eine ärztliche Untersuchung durchgeführt. Dem Arbeitgeber erfährt, ob die Arbeitsunfähigkeit gerechtfertigt war oder nicht. Einen entscheidenden Nachteil hat diese Vorgehensweise: Es dauert häufig ein paar Tage, bis der Arbeitnehmer die Untersuchung machen lassen muss. Wenn einen Mitarbeiter nur wenige Tage abwesend ist, ist die Einschaltung des Medizinischen Dienstes kaum zielführend.

Grenzen für Arbeitgeber

Lohnfortzahlungsbetrug in Covid-Zeiten nützliche Informationen für Arbeitgeber


Es ist verständlich, dass Arbeitgeber sich nicht betrügen lassen wollen. Doch um eine Krankmeldung auf ihre Zulässigkeit zu prüfen, müssen sich Arbeitgeber an bestimmte Regeln halten.

krankgeschriebene Mitarbeiter besuchen um prüfen ob sie krank sind

Chefs dürfen versuchen, auf eigene Faust zu recherchieren, sofern ein echter Verdacht aufkommt, dass ein Betrug vorliegt. Dabei müssen sie aber die Privatsphäre des Mitarbeiters beachten. Auch die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers haben Vorrang. So dürfen Chefs beispielsweise nicht einfach eine Videokamera installieren, um den Mitarbeiter heimlich zu filmen. Was aber unter Umständen gestattet ist, ist die Kontrolle der Einträge in sozialen Netzwerken. Im Zweifel ist es ratsam, sich vorab beim Rechtsanwalt zu informieren oder den Sachverhalt bei einer Detektei vorzutragen.

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