Vertikale Übertragung von Sars-CoV-2 auf Fötus bei Schwangeren möglich

Von Charlie Meier

Forscher untersuchten einen neuen Fall, bei dem eine vertikale Übertragung des Coronavirus von der Mutter aufs ungeborene Kind aufgetreten ist. Der Prozess hat zu schwerwiegenden Komplikationen während der Schwangerschaft sowie zu einer Frühgeburt und schließlich zum Tod des Kindes geführt. Dafür verwendete das Team visuelle Proteomik, um die Diagnose zu überprüfen.

Vertikale Übertragung von COVID-19 in der Schwangerschaft

mögliche gefahr für vertikale übertragung des coronavirus bei schwangeren frauen auf den fötus

Es gab bereits Hinweise darauf, dass eine vertikale Übertragung von der Mutter auf den Fötus während der Schwangerschaft möglich ist. In China haben Forscher Antikörper bei Babys gefunden, die von Müttern mit Sars-CoV-2 geboren wurden. Die meisten bekannten Fälle von COVID-19 trat bei schwangeren Frauen im dritten Trimenon der Schwangerschaft auf, aber im zweiten Trimenon ist das Immunsystem der Mutter signifikant weniger aktiv. Die Studienautoren berichten über den aktuellen Fall einer gesunden 27-jährigen Frau, die in der 21. Schwangerschaftswoche mäßig stark an der Infektion erkrankt war. Nach zweiwöchiger Krankheit, bei der die Patientin bereits keine Symptome aufwies, haben Ärzte bei einer Ultraschalluntersuchung schwere Anomalien des Fötus entdeckt. Das Baby kam dann zwei Wochen später per Kaiserschnitt zur Welt und starb nach anderthalb Tagen auf der Intensivstation. Die Patientin hatte bisher keine Risikofaktoren für eine schwere Pathologie und die Schwangerschaft hatte sich bis COVID-19 normal entwickelt.

in rot dargestellten coronaviren bei einer infektion mit sars cov 2

Die vorliegenden Studienergebnisse präsentieren die erste Bestätigung von SARS-CoV-2 in infizierter Plazenta durch Proteomik. Sie bestätigen außerdem auch das Potenzial von massenspektrometrischen Ansätzen zum Nachweis von Coronaviren in biologischen Flüssigkeiten und Geweben. Dieser Ansatz bietet eine Selektivität zu 100 % für die Viruserkennung. Massenspektrometrie ist daher laut den Autoren dieser Studie der Goldstandard für die Diagnostik von COVID-19. Darüber hinaus eignet sich diese Methode ohne Modifikation auch zum Nachweis von neuen Mutationen des Virus. Der untersuchte Fall zeigte deutlich, dass eine transplazentare Übertragung einer Infektion mit Coronavirus nicht nur im letzten Trimester, sondern auch in früheren Stadien der Schwangerschaft möglich ist. Eine derartige vertikale Übertragung kann eine Entzündung der Plazenta und eine neonatale Virämie mit der Schädigung von verschiedenen Organen und Systemen verursachen.

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