Verschiedene Gesichter von COVID-19: Forscher erkannten 5 Genotypen

Autor: Charlie Meier

Aktuellen Studien zufolge kann eine Infektion mit Coronavirus fünf verschiedene Gesichter umfassen. Diese unterscheiden sich darin, wie das Immunsystem auf Sars-CoV-2 reagiert. Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Universität Bonn präsentieren diese Ergebnisse zusammen mit anderen Experten aus Deutschland, Griechenland und den Niederlanden in der Fachzeitschrift Genome Medicine. Ihre Ergebnisse können dazu beitragen, die Behandlung der Krankheit zu verbessern.

Immunantwort auf verschiedene Gesichter einer Infektion

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Eine Infektion mit SARS-CoV-2 kann sich laut den Wissenschaftlern auf verschiedene Arten manifestieren. Viele Betroffene scheinen das Vorhandensein des Virus in ihrem Körper nicht einmal zu bemerken. In anderen Fällen können grippeähnliche Symptome und neurologische Störungen bis hin zu schwerer und sogar lebensbedrohlicher Lungenentzündung auftreten. Die Einteilung von COVID-19 in leichte und schwere Verläufe ist jedoch unzureichend. Diese Krankheit ist noch vielfältiger, und für jede betroffene Person würde sicherlich eine Therapie erforderlich, die auf sie zugeschnitten ist. Was einem Patienten hilft, kann für einen anderen unwirksam sein, so die Studienautoren. In dieser Hinsicht ist es ihnen zufolge offensichtlich, verstehen zu wollen, was diesen Unterschieden zugrunde liegt. Wenn die Forscher diese auf wissenschaftliche Kriterien festlegen und Patienten entsprechend kategorisieren können, erhöht dies die Chancen auf eine wirksame Behandlung. Daher haben sie sich auf die Immunantwort konzentriert.

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Die Idee der Studie besteht also darin, die Rolle des Immunsystems auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 im Verlauf von COVID-19 zu untersuchen. Vor diesem Hintergrund analysierte das Forschungsteam das Blut von Menschen mit und ohne COVID-19. Anhand des so erzeugten molekularen Fingerabdrucks konnten die Forscher identifizieren, welche Gene in den Immunzellen ein- oder ausgeschaltet wurden. Solche Signaturen der Genaktivität, die als Expressionsmuster bekannt sind, liefern Informationen über den Zustand von Zellen. Auf diese Weise erkennen Forscher ihre Eigenschaften und Funktionen, die sich je nach Situation ändern können. Auf dieser Basis hat das wissenschaftliche Team fünf verschiedene Gruppen identifiziert und diese als molekulare Phänotypen bezeichnet. Zwei von ihnen stellen schwere Krankheitsverläufe dar. Die anderen sind mit mäßigeren Symptomen verbunden. Anscheinend hat COVID-19 eine einzigartige Biologie, die sich in der Genaktivität von Immunzellen im Blut widerspiegelt. Diese Ergebnisse könnten also verwendet werden, um COVID-19 zu diagnostizieren.

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