Thrombotische Mikroangiopathie bei den meisten Kindern mit Sars-CoV-2?

Autor: Charlie Meier

Forscher haben kürzlich erhöhte Werte eines Biomarkers bei Kindern mit COVID-19 gefunden, die auf eine thrombotische Mikroangiopathie hinweisen könnten. Dies liegt im Zusammenhang mit Blutgefäßschäden, selbst wenn die Kinder nur minimale oder keine Symptome aufweisen. Die Wissenschaftler konnten so feststellen, dass ein hoher Anteil der kleinen Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion klinische und diagnostische Kriterien dafür erfüllte. Mikrothrombosen treten auf, wenn das Syndrom die Gerinnung in den kleinen Blutgefäßen betrifft. Darüber hinaus wird dies als mögliche Ursache für schwere Manifestationen von COVID-19 bei Erwachsenen identifiziert.

Coronavirus und thrombotische Mikroangiopathie als Risikofaktor

kind mit schutzmaske im freien während der covid 19 pandemie

Die Forscher kennen die klinischen Auswirkungen von diesem erhöhten Biomarker bei symptomlosen Kindern mit COVID-19 noch nicht, so die Studienautoren. Darüber hinaus sollten Kinder mit SARS-CoV-2 weiterhin getestet und überwacht werden. So kann ein besseres Verständnis, wie sich das Virus kurz- und langfristig auf sie auswirkt, erreicht werden. Die meisten mit Coronavirus infizierten Kinder haben leichte oder minimale Symptome. Ein kleiner Teil davon entwickelt jedoch eine Multisystemerkrankung, was eine Entzündungsreaktion auf COVID-19 ist. Forscher haben thrombotische Mikroangiopathie als möglichen Risikofaktor bei Erwachsenen mit schwer verlaufender Covid-Infektion identifiziert. Die Komplementkaskade ist ein Teil des Immunsystems, das die Immunantwort verstärkt, aber auch so eine Entzündung fördern kann. Die Rolle der dadurch vermittelten Blutgefäßschäden bei Patienten mit COVID-19 wurde jedoch nicht untersucht. Um die Rolle der Komplementaktivierung bei Kindern mit SARS-CoV-2 zu bewerten, analysierten die Forscher 50 pädiatrische Patienten. Diese wurden mit einer akuten SARS-CoV-2-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert.

thrombotische mikroangiopathie bei kindern mit coronavirus oder sars cov 2 infektion verursachen blutgefäßschäden

Die Forscher fanden also Erhöhungen des C5b9-Biomarker bei Patienten mit schwerem COVID-19 und Multisystemerkrankung. Zu ihrer Überraschung stellten sie jedoch auch fest, dass C5b9 bei Patienten mit minimaler oder asymptomatischer Erkrankung erhöht war. Obwohl die Studie prospektiv war, erhielt das Team einige der Labordaten rückwirkend. So konnten die Wissenschaftler bewerten, ob sie die klinischen Kriterien für thrombotische Mikroangiopathie erfüllten. Von den 22 Patienten erfüllten 19 (86 %) die Kriterien dafür. Zusätzlich waren die C5b9-Spiegel sowohl bei Patienten erhöht, die diese Kriterien erfüllten als auch nicht. Obwohl die meisten Kinder mit COVID-19 keine schwere Krankheit haben, zeigt diese Studie, dass es andere Auswirkungen von SARS-CoV-2 geben kann. Die wichtigste Erkenntnis daraus besteht also darin, dass die Medizin mehr über SARS-CoV-2 lernen muss.

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