Täglicher Kaffee und Koffein in Getränken verändern die Gehirnstruktur?

Von Charlie Meier

Koffein ist die weltweit am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz, und täglicher Kaffee beeinflusst die graue Substanz des Gehirns. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die von Forschern der Universität Basel durchgeführt wurde. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine regelmäßige Aufnahme von Koffein die Gehirnstruktur verändern kann. Dieser Effekt scheint jedoch nur vorübergehend zu sein.

Wie wirkt sich täglicher Kaffee aufs Hirn aus?

koffeinhaltige getränke wie kaffee können die gehirnstruktur verändern

Neue psychoaktive Substanzen wie die Energiegetränke sind ohne Zweifel ein beliebtes Mittel, um wach zu bleiben. Koffein kann jedoch den Schlaf stören, wenn es abends konsumiert wird. Schlafentzug kann wiederum die graue Substanz des Gehirns beeinflussen, wie frühere Studien gezeigt haben. Kann aber ein regelmäßiger Koffeinkonsum die Gehirnstruktur aufgrund von Schlafstörungen verändern? Ein Forschungsteam von der psychiatrischen Klinik der Universität Basel untersuchte diese Frage in einer aktuellen Forschung. Das Ergebnis war überraschend, da das im Rahmen der Studie konsumierte Koffein nicht zu einem schlechten Schlaf führte. Die Forscher beobachteten jedoch Veränderungen in der grauen Substanz, die sich auf die Teile des Zentralnervensystems bezieht. Diese Teile bestehen hauptsächlich aus den Zellkörpern von Nervenzellen, während weiße Substanz hauptsächlich die Nervenbahnen, die langen Ausdehnungen der Nervenzellen, umfasst.

kapsel mit koffein als nahrungsergänzungsmittel statt kaffee zur täglichen einnahme

Der Datenvergleich ergab, dass die Schlaftiefe der Studienteilnehmer gleich war, unabhängig davon, ob sie Kapseln mit Koffein oder mit Placebo eingenommen hatten. Die Wissenschaftler sahen jedoch einen signifikanten Unterschied in der grauen Substanz, je nachdem, ob das Subjekt Koffein oder Placebo erhalten hatte. Nach 10 Tagen ohne Koffein war das Volumen der grauen Substanz größer als nach dem gleichen Zeitraum mit den Kapseln. Der Unterschied war besonders im rechten medialen Temporallappen, einschließlich des Hippocampus, auffällig. Dies ist eine Region des Gehirns, die fürs Gedächtnis zuständig ist. Die Ergebnisse bedeuten nicht unbedingt, dass sich der Koffeinkonsum negativ auf das Gehirn auswirkt, so die Autoren dieser Studie. Der tägliche Koffeinkonsum wirkt sich jedoch offensichtlich auf die kognitive Hardware aus, was an sich zu weiteren Studien führen sollte. Obwohl Koffein das Volumen der grauen Substanz zu verringern scheint, hatte es sich nach nur 10 Tagen Kaffee-Abstinenz bei den Testpersonen signifikant regeneriert.

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