Studie zur Luftqualität in Innenräumen: Wo ist die Partikelbelastung am geringsten?

Autor: Ramona Berger

Entgegen der landläufigen Meinung ist der Raum mit der besten Luftqualität und geringsten Feinstaubbelastung tatsächlich die Flugzeugkabine in Reiseflughöhe, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Die Studie unterstreicht das geringe Risiko, sich im Flugzeug mit dem Coronavirus anzustecken, und zeigt gleichzeitig auf, an welchen Orten die Luft noch schmutziger ist.

Im Juli 2020 untersuchten Forscher des Georgie Institute of Technology die Luftqualität in Innenräumen wie Geschäften, Restaurants, Büros, öffentlichen Verkehrsmitteln und Verkehrsflugzeugen. Ihre Studie zeigt, dass letztere die geringsten Werte an winzigen Aerosolpartikeln aufwiesen.

Luftqualität in Büroräumen ist nicht besorgnisserregend

„Wir wollten hervorheben, wie wichtig eine hohe Belüftungsrate und eine saubere Luftzufuhr sind, um die Konzentration von Partikeln in Innenräumen zu senken“, sagt Nga Lee „Sally“, eine Professorin an der Georgia Tech’s School of Chemical and Biomolecular Engineering und der School of Earth and Atmospheric Sciences, in einer Stellungnahme. „Die Kabine im Flugzeug hatte die niedrigste Partikelmasse und Partikelanzahlkonzentration.“

Das Team untersuchte sowohl die Anzahl der Partikel als auch ihre Gesamtmasse in einem breiten Spektrum von Innenräumen, darunter 19 kommerzielle Flüge. Von allen gemessenen Räumen wiesen Restaurants die höchsten Partikelwerte auf, da dort gekocht wird. Es folgten Geschäfte, Autos und Busse, Wohnungen und Büros. Die durchschnittliche Submikron-Partikelanzahlkonzentration, die in Restaurants gemessen wurde, lag beispielsweise bei 29 400 Partikeln pro Kubikzentimeter, und in Büros bei 2473 pro Kubikzentimetern.

die Flugzeugkabine in Reiseflughöhe weist die beste Luftqualität

Während des Fluges wird die Luft in der Kabine zwischen 10 und 30 Mal pro Stunde ausgetauscht. Einige Flugzeuge saugen ausschließlich Außenluft ein, die in Reiseflughöhe weitgehend frei von Schadstoffpartikeln ist, die in der bodennahen Luft vorkommen. Andere Flugzeuge mischen Außenluft mit rezirkulierter Luft, die durch HEPA-Filter geleitet wird, die mehr als 99 % der Partikel entfernen.

„Unabhängig davon, ob man sich in einem Büro oder in einem Flugzeug befindet, sind eine höhere Lüftungsrate und eine gute Partikelfilterung der Schlüssel zur Reduzierung der Gesamtpartikelkonzentration und einer guten Luftqualität“, sagt Nga. „Das sollte auch die Konzentration jeglicher viraler Partikel, die vorhanden sein könnten, reduzieren.“

Bei Restaurants handelt es meist um schlecht belüftete Räume

Die Studie ist die erste, die umfassend die Partikelkonzentrationen misst, denen die Passagiere von Terminal zu Terminal begegnen können. Infizierte Menschen können das Virus durch Atmen, Sprechen oder Husten verbreiten, wobei aus Partikeln in einer Größe von weniger als einem Mikron (ein Millionstel Meter) bis zu 1000 Mikron entstehen. Die größeren Partikel fallen schnell aus der Luft, aber die kleineren bleiben in der Schwebe.

Während Wissenschaftler mehr über die Übertragung des Coronavirus lernen, hat sich der Fokus auf Aerosolpartikel als wichtige Quelle der Virusverbreitung in Innenräumen gerichtet.

„Vor allem in schlecht belüfteten Räumen können diese Partikel über einen langen Zeitraum in der Luft schweben und in jeden Winkel eines Raumes gelangen“, sagt Nga. „Wenn es sich dabei um virale Partikel handelt, können sie Menschen infizieren, die sich möglicherweise in beträchtlicher Entfernung von einer Person befinden, die die Partikel ausstößt.“

Mehr über die Studie können Sie auf der Seite des Georgia Tech News Center lesen. Die Ergebnisse wurden am 01. März 2021 in der Fachzeitschrift Indoor Air veröffentlicht.

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