Pflanzenbasierte Ernährung kann laut Studie das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe senken

Von Ramona Berger

Forscher haben einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und COVID-19 aufgedeckt. Es zeigte sich, dass Menschen, die auf eine pflanzenbasierte Ernährung setzen, ein um 73 Prozent geringeres Risiko haben, schwer an dem Coronavirus zu erkranken, im Vergleich zu Menschen, die Fleisch essen. Bei Pescetariern, deren primäre Proteinquelle Fisch ist, war das Risiko um 59 Prozent geringer.

Pflanzenbasierte Ernährung kann laut Studie das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe senken

Die neue Studie, die im BMJ Nutrition, Prevention & Health veröffentlicht wurde, stützt sich auf einen Fragebogen mit Selbstauskünften von insgesamt 2884 Personen, allesamt Mitarbeiter des Gesundheitswesens, aus fünf europäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien) und den USA, von denen 568 im vergangenen Jahr bestätigte Fälle des Coronavirus hatten.

Von diesen Fällen gaben 138 an, unter mittelschweren bis schweren Symptomen zu leiden, während die übrigen 430 leichte Auswirkungen der Atemwegserkrankung erlebten.

Details zu den Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer wurden ebenfalls in die Umfrage aufgenommen, die 10 Ernährungskategorien umfasste:

  • Vollwertkost
  • ketogene Diät (Keto)
  • mediterrane Diät (auch Mittelmeer-Diät)
  • Paleo-Diät (Steinzeiternährung)
  • fettarme Diät (low fat)
  • kohlenhydratarme Diät (low carb)
  • proteinreiche Diät (high protein)
  • pflanzliche/vegane Diät
  • vegetarische Diät
  • Pescetarier-Diät (beim Pescetarismus ernährt man sich ausschließlich von pflanzlicher Kost, die durch Fisch und Meerestiere ergänzt wird)
  • Auch „Sonstiges“ wurde als Option angegeben.

Die verschiedenen Diäten wurden in pflanzenbasierte (mit einem höheren Anteil an Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen und einem geringeren Anteil an Geflügel und rotem und verarbeitetem Fleisch), pescatarische/pflanzliche (wie oben, aber mit Fisch/Meeresfrüchten) und kohlenhydratarme/proteinreiche Diäten zusammengefasst.

Von denjenigen, die eine Krankheit gemeldet hatten, gaben nur 41 an, sich vorwiegend pflanzlich zu ernähren, während weitere 46 Pescatarier waren. Die restlichen 481 praktizierten alle irgendeine Form von Ernährung, die den Verzehr von Fleisch und Geflügel enthielten.

Pflanzenbasierte Ernährung unterstützt das Immunsystem

Nach Berücksichtigung mehrerer potenziell einflussreicher Variablen, einschließlich Alter, ethnischer Zugehörigkeit, medizinischer Fachrichtung und Lebensstil (Rauchen, körperliche Aktivität), hatten die Befragten, die angaben, sich pflanzenbasiert oder pflanzlich/pescatarisch zu ernähren, eine um 73 % bzw. 59 % geringere Wahrscheinlichkeit einer mittelschweren bis schweren COVID-19-Infektion im Vergleich zu denjenigen, die diese Ernährungsmuster nicht hatten.

Und im Vergleich zu denjenigen, die angaben, sich tendenziell pflanzenbasiert zu ernähren, hatten diejenigen, die angaben, sich kohlenhydratarm und proteinreich zu ernähren, eine fast viermal so hohe Wahrscheinlichkeit einer mittelschweren bis schweren COVID-19-Infektion.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann keine Ursache, sondern nur eine Korrelation festgestellt werden. Außerdem beruhte sie auf individuellen Erinnerungen und nicht auf objektiven Bewertungen, und die Definition bestimmter Ernährungsmuster kann von Land zu Land variieren, betonen die Forscher.

Pescetarier-Diät Meeresfrüchte, einschließlich Fisch ist gesund

Eine pflanzenbasierte Ernährung ist jedoch reich an Nährstoffen, insbesondere an sekundären Pflanzenstoffen (Polyphenole, Carotinoide), Vitaminen und Mineralien, die alle wichtig für ein gesundes Immunsystem sind, so die Forscher. Und Fisch ist eine wichtige Quelle für Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren, die beide entzündungshemmende Eigenschaften haben, fügen sie hinzu.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine gesunde Ernährung, die reich an nährstoffreichen Lebensmitteln ist, für den Schutz gegen schwere COVID-19-Verläufe in Betracht gezogen werden kann“, schließen sie.

„Die Trends in dieser Studie sind durch die Studiengröße (kleine Anzahl mit einem bestätigten positiven Test) und das Design (Selbstauskunft über Ernährung und Symptome) begrenzt, sodass bei der Interpretation der Ergebnisse Vorsicht geboten ist“, kommentiert der stellvertretende Vorsitzende der NNEdPro Nutrition and COVID-19 Taskforce, Shane McAuliffe.

„Eine bewusste und hochwertige Ernährung ist jedoch wichtig für den Aufbau einer adäquaten Immunantwort, die wiederum die Anfälligkeit für Infektionen und deren Schweregrad beeinflussen kann.“

Er fügt hinzu: „Diese Studie unterstreicht den Bedarf an besser konzipierten prospektiven Studien über den Zusammenhang zwischen Ernährung, Ernährungszustand und COVID-19-Ergebnissen.“

Referenz:
BMJ 2021; Plant-based diets, pescatarian diets and COVID-19 severity: a population-based case–control study in six countries; Hyunju Kim, Casey M Rebholz et.al

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