Studie: Neurologische Spätfolgen bei jedem dritten Covid-Patienten festgestellt

Autor: Olga Schneider

Forscher haben neurologische Spätfolgen bei jedem dritten Covid-Patienten festgestellt. Auch die mentale Gesundheit der Betroffenen leidet unter den Langzeitfolgen des neuen Coronavirus.

Neurologische Spätfolgen bei rund 30 % der Infizierten, Diagnosestellung in den meisten Fällen erfolgt bis zu sechs Monate nach der Genesung

neurologische Spätfolgen nach Coronavirus selbst bei mildem Verlauf

Besorgniserregende Ergebnisse: Mediziner aus der Universität in Oxford haben festgestellt, dass rund 34 % aller Menschen, die mit Covid-19 diagnostiziert wurden und die Erkrankung überlebt haben, unter neurologischen oder geistigen Langzeitfolgen leiden. Die Betroffenen wurden im Rahmen von sechs Monaten nach der Heilung diagnostiziert. Am häufigsten litten die ehemaligen Covid-Patienten an Angststörungen (17 %) und Stimmungsschwankungen (14 %). Am schlimmsten waren die Menschen betroffen, die im Krankenhaus behandelt wurden. Aber auch bei leichteren Verläufen wurden Angststörungen und neurologische Schäden festgestellt.

Eine seltenere, aber sehr gefährliche Langzeitfolge ist der ischämische Schlaganfall, bei dem Blutgerinnsel die Arterien im Gehirn verschließen. Infolgedessen beginnen Nervenzellen im Gehirn abzusterben.

Die Ergebnisse der Studie sind deswegen besorgniserregend, weil die Anzahl der Menschen mit einer direkten Beeinträchtigung des Nervensystems deutlich höher ist als bei Grippe. Trotzdem gibt es aber auch Positives, denn neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder das Guillain-Barré-Syndrom zählen nicht zu den Spätfolgen vom Coronavirus.

Gefährliche Langzeitfolgen auch nach einem milden Krankheitsverlauf möglich

neurologische Spätfolgen nach Covid-Erkrankung festgestellt

Während der Beobachtungsstudie wurden die Daten aus den elektronischen Patienten-Akten von über 236 000 Amerikanern analysiert und mit diesen von Patienten mit Grippe verglichen. Wie kommt es aber, dass die Patienten mit Covid deutlich häufiger an Angststörungen leiden? Eine mögliche Erklärung wäre der durchschnittlich längere Aufenthalt im Krankenhaus. Die Angst vor dem Ungewissen und der Stress führen oft zu geistigen Langzeitfolgen.

Die Studie bestätigt auch die Ergebnisse früherer Studien. Rund 30 % der Covid-Patienten in einem Krankenhaus in Rom wurden nach der Heilung mit einer posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert. Die Ergebnisse einer weiteren Studie wiesen darauf hin, dass Covid-19 Bewegungsstörungen selbst bei Patienten mit einem milden Krankheitsverlauf auslösen kann.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass das Risiko für den einzelnen Menschen zwar gering ist, für das Gesundheitssystem stellen sie aber eine Herausforderung dar. Umso mehr – beim Großteil der beschriebenen Langzeitfolgen handelt es sich um chronische Erkrankungen.

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