Neue Therapie mit Antikörpern wirksam bei chronischer Anämie

Autor: Charlie Meier

Ein deutsches Forschungsteam hat bei der Entwicklung eines innovativen Antikörpers als potenzielle neue Therapie gegen chronische Anämie bei Dialysepatienten mitgewirkt. Der Mehrwert des Ansatzes liegt in der niedrigeren erforderlichen Dosis von Erythropoetin und der damit verbundenen Minimierung des kardiovaskulären Risikos. Das Innsbrucker Team hat mit dem Pharmaunternehmen Kymab zusammengearbeitet. Unter der Leitung von Igor Theurl von der Universitätsklinik für Innere Medizin haben die Forscher nun den neuen humanen monoklonalen Antikörper KY1070 getestet. Die Wirksamkeit wurde in Innsbruck in einem Tiermodell, das auf dialysepflichtige Nierenschäden übertragen werden kann, nachgewiesen.

Medizin und neue Therapie gegen Blutarmut

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Chronische Anämie ist ein häufiges Problem bei Dialysepatienten. Zusätzlich zu dem durch die chronische Entzündung verursachten funktionellen Eisenmangel führt die geschädigte Niere bei diesen Patienten zu einer unzureichenden Produktion des Hormons Erythropoietin (EPO), dem wichtigsten Hormon für die Blutbildung. Die Verabreichung von EPO ist daher ein Eckpfeiler bei der Therapie gegen Anämie. Trotz der maximalen Dosierung bleibt die Bildung des Sauerstofftransportproteins Hämoglobin bei Dialysepatienten aufgrund der Entwicklung einer Resistenz gegen EPO begrenzt. Die Medizin hat EPO außerdem auch mit einer erhöhten Mortalität aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung gebracht. Diese Warnung stellt ein zusätzliches Dilemma für Dialysepatienten dar, da Nierenversagen selbst mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden ist.

Der Antikörper für die neue Therapie wirkt so, dass er den Regulator des Eisens im Blut hemmt. Bei Tieren, die nicht ausreichend auf EPO reagierten, ermöglichte die Kombination mit dem Antikörper einen ausreichenden Anstieg des Hämoglobins. Darüber hinaus reichte eine niedrigere Dosis aus, um die Anämie, die angesichts der Nebenwirkungen von EPO eine wichtige Grundlage für die Anwendung bei Dialysepatienten darstellt, zu bekämpfen. Die Forscher haben ihre Ergebnisse in der anerkannten Zeitschrift BLOOD veröffentlicht. Die Medizin kann das therapeutische Potenzial des neuen Antikörpers entweder als Monotherapie oder in Kombination mit EPO einsetzen. Der Antikörper beeinflusst die Übertragung von Signalen zur Bildung von Hepcidin. Als Ergebnis gibt es eine neue Therapie, die eine langfristige Hemmung der Produktion von Hepcidin bietet. Somit ermöglicht dieser Ansatz ausreichend Eisen, das für die Bildung von roten Blutkörperchen wesentlich ist.

Mögliche Behandlung

produktion von roten blutkörperchen bei anämie mithilfe vom erythropoietin hormon

Laut den Studienautoren sind die Wirkungen der Kombinationstherapie also multifaktoriell. Der Vorteil der kombinierten Behandlung liegt vor allem in der Reduzierung der Dosis von Erythropoietin. So erhöht sich das kardiovaskuläre Risiko nicht zusätzlich, während es gleichzeitig eine ausreichende Menge an Eisen zur Verfügung steht. Darüber hinaus konnten die Forscher zeigen, dass durch die Hemmung von Hepcidin die Expression des Eisentransportproteins Ferroportin auf den blutbildenden Zellen im Knochenmark erhöht wird. Zusammen mit EPO führe dies zu einer effektiveren Blutbildung, so Igor Theurl.

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