Langzeitfolgen von Coronavirus: Patienten berichten über chronische Müdigkeit

Autor: Olga Schneider

Monatelange Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Haarausfall oder Atemnot: Eine neue Studie listet insgesamt 55 Langzeitfolgen von Coronavirus auf. Die am häufigsten auftretende davon ist die chronische Müdigkeit. Mehr als 55 % der Patienten haben darüber berichtet.

Neue Beobachtungsstudie listet die chronische Müdigkeit als eine der häufigsten Langzeitfolgen von Coronavirus auf

Müdigkeit eine der Langzeitfolgen von Coronavirus

Ein internationales Forscherteam aus den USA, Mexiko und Schweden fasste die Ergebnisse von über 18 000 Studien über die Langzeitfolgen von Coronavirus zusammen. Nach einer vertieften Analyse stellten die Wissenschaftler fest, dass über 80 % der Patienten mit Covid-19 über Langzeitfolgen berichteten. Über 58 % der Betroffenen im Alter zwischen 42 und 73 Jahren fühlten sich bis zu 100 Tage nach der Genesung  erschöpft.

Patienten, die an Atemnot gelitten haben, waren am schwersten davon betroffen. Sie litten jedoch nicht nur an einer chronischen Müdigkeit, sondern hatten auch Schlaf- und temporäre neurokognitive Störungen. Diese Langzeitfolgen könnten sich auf den Arbeitsmarkt auswirken, denn ein Großteil der Patienten, die an Abgeschlagenheit leiden, sind in vielen Fällen monatelang nach dem Abklingen der Symptome nicht arbeitsfähig.

Chronische Müdigkeit und Konzentrationsschwächen nach Covid

Bei einem milden Krankheitsverlauf fühlten sich die Betroffenen nach der Genesung zwar gut. Mehrere Monate danach berichteten sie aber von Spätfolgen wie Luftnot und Müdigkeit. Diese Spätfolgen werden inzwischen von den Medizinern als Post-Coronavirus-Symptome bezeichnet. Dabei handelt es sich um Beschwerden, die mehrere Monate nach der Heilung plötzlich auftauchen.

Da im vorigen Jahr die Gesundheitssysteme der meisten Länder überlastet waren, ist die Nachbeobachtung von Covid-Patienten nicht ausreichend. Die Mehrheit der Betroffenen gilt statistisch als geheilt, die Fachkräfte berichten selten über festgestellte Langzeit- bzw.  Spätfolgen. Die Betroffenen selbst können oft nicht erkennen, dass es sich um keine neuen Beschwerden, sondern um ein Post-Covid-Syndrom handelt.

Welche sind die möglichen Ursachen für diese chronische Erschöpfung? In vielen Fällen handelt es sich um eine langsame Genesung. Oft zeigen Untersuchungen, dass die Patienten trotz eines milden Verlaufs stark angegriffene Lungen und entzündete Herzmuskeln haben.

Damit sich die Wissenschaftler eine bessere Vorstellung über die möglichen Spätfolgen vom Coronavirus verschaffen können, sollten in Zukunft mehr Nachkontrollen gemacht werden.

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