Körperliche Fitness und Schritttempo bestimmen Todesrisiko bei Covid-19?

Von Charlie Meier

Eine neue Studie legt nahe, dass Menschen, die langsam gehen und schlechte körperliche Fitness haben, viermal häufiger an COVID-19 sterben. Laut dem Forschungsteam besteht außerdem dabei ein mehr als doppelt so hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Die Datenanalyse von über 400 000 Teilnehmern mittleren Alters ergab einen relativen Zusammenhang zwischen Körpermasseindex, selbst angegebenem Schritttempo und Mortalitätsrisiko.

Gehgeschwindigkeit und körperliche Fitness als Risikofaktoren bei Sars-CoV-2

gute oder schlechte körperliche fitness und schrittgeschwindigkeit bestimmen todesrisiko bei infektionen mit coronavirus

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass langsam zu gehen mit normalem Gewicht fast 2,5-mal häufiger zu schwerem COVID-19 führt. Außerdem sterben Menschen mit normaler Schrittgeschwindigkeit und Gewicht 3,75-mal häufiger an Komplikationen aufgrund des Coronavirus. Die Forscher wussten bereits, dass Fettleibigkeit und Gebrechlichkeit Hauptrisikofaktoren für schweres COVID-19 sind. Sie konnten jedoch zum ersten Mal zeigen, dass bei langsamem Gehen unabhängig vom Gewicht ein viel höheres Todesrisiko in Bezug auf Sars-CoV-2 besteht. Angesichts der Pandemie, die alle Gesundheitsdienste weiterhin beispiellos belastet, ist es daher von entscheidender Bedeutung, die am stärksten gefährdeten Personen zu identifizieren und vorbeugende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis dieser Forschung war, dass sich normales Gewicht und Adipositas bei langsamem Schritttempo nicht auf den Krankheitsverlauf bei COVID-19 auswirken. Darüber hinaus war das Risiko bei Normalgewichten und langsamen Menschen mit Adipositas gleichmäßig hoch.

arzt mit schutzvisier misst die temperatur vom patienten mit covid 19

Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Menschen, die schnell gehen im Allgemeinen eine gute Herz-Kreislauf- und Herzgesundheit aufweisen. Dadurch sind sie gegenüber externen Stressfaktoren widerstandsfähiger. Dies schließt auch jegliche Virusinfektionen ein. So eine Hypothese haben die Studienautoren jedoch noch nicht für Infektionskrankheiten aufgestellt. Studien aus großen Datenbanken haben bereits den Zusammenhang von Fettleibigkeit und Fragilität mit COVID-19 untersucht. In klinischen Forschungen liegen derzeit jedoch keine Daten zu Messungen der körperlichen Funktion oder Fitness vor. Daher sind die Autoren dieser Studie der Meinung, dass körperliche Fitness wie das selbst gemeldete Schritttempo ein potenzieller Prädiktor für schweres COVID-19 ist. Letztendlich können Forscher dadurch bessere Präventionsmethoden ermöglichen, um mehr Leben zu retten.

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