Inflammatorisches Syndrom bei Kindern mit Covid-19 – Immunaktivierung?

Von Charlie Meier

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei Kindern mit Sars-CoV-2 ein inflammatorisches Syndrom das Immunsystem wie bei Erwachsenen überaktiv macht. Die veröffentlichten Ergebnisse über die Immunaktivierung bei kleinen Patienten mit Multisystem-Entzündungssyndrom (MIS-C) werden nicht nur zu ihrer besseren Behandlung beitragen, sondern auch zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerem COVID-19.

Coronavirus und inflammatorisches Syndrom

auswirkungen des coronavirus auf das herz bei infektionen mit sars cov 2

Diese Studie zeigt, dass die Immunität bei Kindern mit MIS-C, insbesondere wenn es um CD8-T-Zellen geht, extrem aktiv ist. Diese Aktivierung lässt jedoch nach, sobald sich die Patienten klinisch verbessern, so die Studienautoren. Darüber hinaus bieten die Studienergebnisse eine breite immunologische Grundlage für das Verständnis der Pathogenese und Genesung. So ein inflammatorisches Syndrom, von dem angenommen wird, dass es eine postinfektiöse Komplikation der SARS-CoV-2-Infektion ist, weist Ähnlichkeiten in der klinischen Darstellung der Kawasaki-Krankheit auf. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die immunologischen Merkmale, die MIS-C antreiben, jedoch nur unzureichend bekannt. Die Forscher fanden heraus, dass Kinder mit MIS-C stark erhöhte T-Zellen sowie eine stark aktivierte vaskuläre patrouillierende CD8-T-Zell-Untergruppe aufweisen. Patienten mit MIS-C sind für SARS-CoV-2 nahezu universell seropositiv. Dies bedeutet, dass seit der Infektion genügend Zeit vergangen ist, damit sich ein antiviraler Antikörper entwickelt und nachgewiesen werden kann.

multisystem inflammatorisches syndrom bei kindern mit covid 19 ähnelt der kawasaki kranlheit

Die Forscher schlugen drei mögliche Treiber für die Immunpathogenese bei MIS-C vor: (1) fortgesetzte Aktivierung adaptiver Immunantworten, angetrieben durch persistierendes SARS-CoV-2-Antigen; (2) ein zusätzlicher Auslöser, wie das Virus, das sich auf einen neuen Gewebetyp lokalisiert, oder eine Sekundärinfektion, die zwei bis drei Wochen nach der anfänglichen Infektion mit SARS-CoV-2 auftritt; oder (3) eine Autoimmunantwort. Weitere Untersuchungen sind jedoch erforderlich, um diese potenziellen Szenarien zu untersuchen. Dies liegt daran, dass eine Infektion mit Coronavirus zu einem breiten Spektrum klinischer und immunologischer Ergebnisse führen kann. Darüber hinaus können die Ergebnisse dieser Studie neue therapeutische Möglichkeiten für pädiatrische sowie für erwachsene Patienten mit COVID-19 zeigen.

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