Hepatitis B Medikamente aus Impfstoff gegen Gräserpollenallergie

Autor: Charlie Meier

Chronische Infektionen stellen ein globales Gesundheitsproblem dar, das bisher keine Hepatitis B Medikamente behandeln konnten. Ein Forscherteam unter der Leitung von Rudolf Valenta vom Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der medizinischen Universität Wien hat nun gezeigt, dass ein im BM32-Impfstoff gegen Gräserpollenallergie enthaltenes Protein Antikörper induziert, die verhindern, dass Hepatitis B Viren an Leberzellen andocken.

Potenzielle Hepatitis B Medikamente in Entwicklung

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Chronische Hepatitis B (HBV) ist eine schwere Viruserkrankung, die mit einer Entzündung der Leber verbunden ist. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es derzeit weltweit mehr als 250 Millionen Betroffene. HBV wird üblicherweise mit Analogen von Nukleosid und Nukleotid oder mit Interferon behandelt. Diese Behandlungsformen haben jedoch viele Nebenwirkungen. Gegenwärtige Impfungen zum Schutz gegen HBV basieren auf dem S-Protein. Dies ist ein spezifischer Bestandteil des Virus, bei dem solche Hepatitis B Medikamente jedoch in 10 bis 20 % der Fälle nicht wirksam sind.

Die wiener Forscher haben nun anhand von Daten aus 128 gegen Gräserpollenallergie geimpften Personen gezeigt, dass dieser BM32-Impfstoff Antikörper genau an der Stelle induziert, an der das Virus an die Leberzelle bindet. Dadurch kann der Körper also eine Infektion verhindern. Das Team hat dazu verschiedene Schemata mit Dosierungen getestet und diverse Kreuzreaktionen untersucht. Die geimpften Personen bildeten so Antikörper, die alle bekannten Formen des Virus erkennen und bekämpfen können. Die Antikörperzahl scheint also hoch genug zu sein, um die chronische Form von Hepatitis B zu verhindern. Außerdem kann diese Immunantwort auch als Behandlung dienen. Es wäre dann möglich, den Zyklus des Virusbefalls der Leberzellen zu unterbrechen und eine Immunisierung zu erreichen.

rote bänder aus papier mit hepatitis aufschrift in schwarz

Der BM32-Impfstoff basiert auf einer innovativen rekombinanten Peptidträgertechnologie. Diese Desensibilisierung erfordert im Vergleich zu anderen Immuntherapien für Allergiker weitaus weniger Injektionen und weist weniger Nebenwirkungen auf. Die rekombinante Peptidträgertechnologie wurde am Christian Doppler Labor für Allergieforschung an der Uni Wien wiederum unter der Leitung von Rudolf Valenta entwickelt. BM32 hat das Team gemeinsam mit dem Handelspartner Biomay AG entwickelt. Diese Studie ist jedoch ein erster Schritt in Richtung eines therapeutischen Einsatzes der Impfung gegen chronische Hepatitis. Sie stellt auch ein völlig neues Konzept dar, das die derzeitigen Behandlungsmethoden revolutionieren könnte.

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