Wie die „ewigen Chemikalien“ das Immunsystem beeinträchtigen können

Autor: Ramona Berger

Immer mehr Beweise deuten darauf hin, dass weit verbreitete Chemikalien, sogenannte Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), die Funktion des Immunsystems beeinträchtigen. Experten sind besorgt, dass die Exposition gegenüber diesen Chemikalien die Fähigkeit des Immunsystems zur Bekämpfung einer Reihe von Infektionskrankheiten, einschließlich COVID-19, beeinträchtigen könnte, so ein aktueller Artikel in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PNAS.

Ewige Chemikalien im Leitungswasser

PFC haben wasser- und fettabweisende Eigenschaften und sind chemisch und thermisch stabil. Verwendet werden sie in zahlreichen Verbraucherprodukten wie antihaftbeschichtetem Kochgeschirr, wasserdichter Kleidung, schmutzabweisenden Textilien, fleckenresistenten Teppichen, Lebensmittelverpackungen und Feuerlöschmitteln. Sie werden allerdings mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht, darunter Schilddrüsenerkrankungen, Leberschäden sowie Nieren- und Hodenkrebs. PFC sind als „ewige Chemikalien“ bekannt, weil sie extrem starke chemische Bindungen haben, die sie sehr widerstandsfähig gegenüber dem Abbau in der Umwelt machen. Im Jahr 2015 wurden bei nationalen Stichproben die Chemikalien im Blut von fast allen Amerikanern nachgewiesen.

Ewige Chemikalien in den Antihaftpfannen

Der Artikel, der am 13. April 2021 in PNAS veröffentlicht wurde, hob mehrere Studien hervor, die von Philippe Grandjean, Professor für Umweltgesundheit an der Harvard T.H. Chan School of Public Health, durchgeführt wurden und die einen Zusammenhang zwischen PFAS-Exposition und verminderter Immunfunktion gezeigt haben.

die Färöer Inseln sind schlichtweg atemberaubend

Eine Studie vom Januar 2012 ergab, dass eine Gruppe von Kindern auf den Färöer-Inseln mit höherer PFC-Belastung einen deutlich geringeren Impfschutz gegen Keuchhusten, Tetanus und Diphtherie hatte, als zu erwarten gewesen wäre. Eine Studie vom April 2021 ergab, dass eine pränatale Exposition gegenüber PFC mit einem erhöhten Risiko verbunden war, dass Kinder später wegen Infektionskrankheiten ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Und in einer Studie vom Dezember 2020 fand Grandjean heraus, dass das Vorhandensein eines PFC namens Perfluorbutansäure (PFBA) im Blut dänischer Erwachsener, die mit COVID-19 infiziert waren, mit einer fast doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung verbunden war, und dass einige der hospitalisierten Patienten mit PFBA-Exposition eine fünfmal höhere Wahrscheinlichkeit hatten, auf die Intensivstation zu kommen oder zu sterben.

Den vollständigen PNAS-Artikel können Sie auf Englisch hier lesen.

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