Delta bei Kindern: Kann das Immunsystem bei Kindern die neue Variante erfolgreich bekämpfen?

Von Olga Schneider

Die neue, hochansteckende Delta-Variante macht sich in Europa breit. Immer mehr Erwachsene und inzwischen auch Kinder werden mit dem neuen Stamm infiziert. Auch die Anzahl der kleinen Patienten in den Krankenhäusern steigt. Nun stellen sich die Forscher die Frage: Kann das Immunsystem der Kinder auch die neue Delta-Variante erfolgreich bekämpfen oder sind sie anfälliger für den Stamm aus Indien.

Delta bei Kindern: Warum jetzt mehr Kinder in Kliniken aufgenommen werden?

Delta bei Kindern Virus und Krankheitsverlauf

In den USA waren mehr als 30 % der Neuinfizierten Kinder. Im Rahmen von nur einer Woche wurden 243 000 neue Fälle bei Kindern registriert. Die Ärzte merken einen erheblichen Unterschied zu der Anzahl der hospitalisierten Kinder bei den früheren Varianten. Der Grund dafür ist allerdings ganz einfach. Die neue Delta Variante ist sehr ansteckend. Wenn sich 10-mal mehr Menschen anstecken, dann werden auch 10-mal mehr Kinder krank werden. Nun möchten die Ärzte herausfinden, was bis jetzt die meisten Kinder vor einem schweren Verlauf schützte und warum manche Kinder anfälliger sind.

Die Mediziner gehen davon aus, dass das Immunsystem der Kinder in der Lage ist, schneller das Virus zu erkennen und anzugreifen. So kann es sich nicht multiplizieren und den ganzen Körper anstecken. Außerdem hat das Arzt-Team Betsy und Kevan Herold festgestellt, dass Kinder eine bessere mukosale Immunität als Erwachsene haben. Daher sind sie besser vor Viren, die durch die Schleimhaut in den Körper eindringen, geschützt. Die Zellen, die die Schleimhaut bilden, sind bei den Kindern von Proteinen umhüllt. Diese Proteine „durchscannen“ die Schleimhäute ständig auf Viren und wenn sie eine Gefahr erkennen, „alarmieren“ sie sofort das Immunsystem. Bei den Erwachsenen ist die Anzahl der Proteine deutlich geringer.

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Warum Kinder leichten Krankheitsverlauf bei Covid-19 haben

Selbst wenn der neue Covid-Stamm die natürliche Schleimhaut-Barriere überwindet, hat der Körper einen anderen Mechanismus zur Bekämpfung: die Antikörper. Die Forscherin Betsy Herold hat aber festgestellt, dass Kinder weniger Antikörper als die Erwachsenen bilden. Daher sind sie auch weniger vor einem Zytokinsturm gefährdet. Kinder haben auch eine große Anzahl von Zellen, die eine spezielle Funktion erfüllen. Diese Lymphoide Zellen halten das Immunsystem in Griff und verhindern einen Zytokinsturm. Sie fördern auch die schnelle Regenerierung von wichtigen Organen. Die Anzahl dieser Zellen im Körper nimmt mit dem Alter ab. Männer haben auch weniger Lymphoide Zellen als die Frauen. Das könnte erklären, warum Männer grundsätzlich ein höheres Sterberisiko als Frauen haben.

Nicht alle Kinder sind aber so gut vor Covid-19 geschützt. Bei Neugeborenen, Babys und Kindern im Alter zwischen 1 und 3 Jahren ist das Immunsystem noch nicht in der Lage, schnell auf Angriffe zu reagieren. Selbst bei einem leichten Verlauf könnten die Kinder das sogenannte Multisystemisches Entzündungssyndrom bei Kindern oder MIS-C entwickeln. Das passiert meistens einen Monat nach der Genesung.

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