Antinukleäre Autoantikörper sind die Hauptursache für schweres COVID-19

Autor: Charlie Meier

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass antinukleäre Autoantikörper, die das Immunsystem bei COVID-19 produziert, den Krankheitsverlauf während der Infektion erschweren. In der Regel bieten Antikörper den besten Schutz gegen Virusinfektionen, was jedoch bei Autoantikörpern leider nicht der Fall ist. Im Gegenteil greifen diese Antigene oft körpereigene Organe und Gewebe an. Als Reaktion entstehen häufig Autoimmunerkrankungen wie Lupus oder rheumatoide Arthritis, und bei Fällen von Sars-CoV-2 können sie auf gesundes Gewebe in Gehirn, Blutgefäßen, Blutplättchen, Leber und Magen-Darm-Trakt abzielen, wie diese neue Studie nahelegt.

Überreaktion auf Coronavirus durch antinukleäre Autoantikörper

überreaktion des immunsystems bei infektion mit coronavirus durch antinikleäre autoantikörper

Laut den Forschern erschweren infektionsverstärkende Autoantikörper COVID-19, je mehr davon das Immunsystem des Patienten ausstößt. Und die Autoantikörper zielen paradoxerweise auch auf viele Proteine ​​des Immunsystems ab und stören jene, die Infektionen abwehren sollen, so die Studienautoren. Es ist außerdem auch klar geworden, dass in vielen Fällen das Vorhandensein von Coronavirus die Entstehung der schädlichen Autoantikörper vorantreibt. Möglicherweise haben jedoch einige Patienten bereits solche Antigene, die sie noch anfälliger für Infektionen machen. Dies könnte auch erklären, warum einige mit COVID-19 infizierte Menschen später dauerhafte medizinische Symptome, das sogenannte lange Covid, entwickeln. Die Tatsache, dass selbst leichte Infektionen mit der Autoantikörperproduktion verbunden sind, unterstreicht daher das Potenzial für langfristige gesundheitliche Folgen von Sars-CoV-2.

test auf antikörper nach covid 19

Das Forschungsteam untersuchte Blutproben von 194 Patienten mit unterschiedlichem Schweregrad der Krankheit für das Vorhandensein von Autoantikörpern. Insbesondere verwendeten die Wissenschaftler eine neuartige Technologie namens Rapid Extracellular Antigen Profiling (REAP). Diese ist dazu fähig, die Autoantikörper-Wechselwirkungen mit fast 3000 menschlichen Proteinen zu identifizieren. Die Ergebnisse könnten zu Strategien führen, mit der Ärzte antinukleäre Autoantikörper bei COVID-19 behandeln oder verhindern werden. Darüber hinaus könnte die neue Technologie dazu beitragen, wichtige Antikörperreaktionen für viele andere Krankheitszustände jenseits von Coronavirus zu lokalisieren. Die Autoren dieser Studie haben eine Vielzahl neuartiger Autoantikörper bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen gefunden und suchen nun nach Autoantikörpern bei Patienten mit Krebs und neurologischen Erkrankungen.

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