Alzheimer-Krankheit: Nicht alle Plaques im Gehirn sind schädlich

Autor: Olga Schneider

Eines der wichtigsten Anzeichen der Alzheimer-Krankheit sind die sogenannten Plaques im Gehirn. Sie werden von abnormalen Proteinen gebildet und schädigen die gesunden Gehirnzellen. Nach und nach sterben die Gehirnzellen ab und die Plaques werden größer. Die Folgen für die Patienten sind Beeinträchtigung des Gedächtnisses und psychische Störungen, die mit zunehmendem Alter die Lebensqualität mindern können. Jetzt gibt es aber eine gute Nachricht. Denn Forscher haben festgestellt, dass nicht alle Plaques im Gehirn schädlich sind. Es gibt auch Protein-Ablagerungen, die eine positive Wirkung haben.

Alzheimer-Krankheit: Welche Rolle spielen die verschiedenen Arten von Plaques im Gehirn?

Plaques im Gehirn bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit gefunden

Im Rahmen der Studie stellten Forscher am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla, Kalifornien, den USA fest, dass es zwei Arten von Plaques gibt. Die diffusen Plaques haben in der Tat eine schädliche Wirkung und führen zum Absterben der gesunden Gehirnzellen. Die kompakten Ablagerungen haben aber eine positive schützende Wirkung. Die Wissenschaftler und die Mediziner sind bisher davon ausgegangen, dass sich die beiden Arten spontan bilden. Jetzt wurde allerdings festgestellt, dass sich die diffuse Variante zwar spontan bildet, die andere allerdings die zweite Plaquesart vom Körper als quasi Immunantwort auf die diffusen Plaques gebildet wird. Diese Plaques sollen einen Zweck erfüllen, nämlich die schädlichen Ablagerungen von den Neuronen im Gehirn abzugrenzen und zu verhindern, dass die gesunden Zellen sterben.

Plaques im Gehirn können auch nützlich sein neue Studie

Das wissenschaftliche Team konnte zwar nicht eindeutig nachweisen, dass die kompakten Plaques unschädlich sind. Aber die Forscher kamen zur Schlussfolgerung, dass diese zumindest weniger Schäden im Gehirn anrichten.

Die Studienergebnisse sind ein wichtiger Ansatzpunkt für spätere Medikamentenentwicklung. Die Mediziner sind der Meinung, dass die kompakten Plaques nicht angegriffen werden müssen. Stattdessen sollte man sich auf die diffusen Plaques konzentrieren und versuchen, wirksame Medikamente zu entwickeln. Leider ist es den Wissenschaftlern weltweit bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelungen, Therapieansätze für Alzheimer Patienten zu entwickeln.

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