Aktuelle Pollen in der Luft erhöhen das Infektionsrisiko von Sars-CoV-2

Von Charlie Meier

Wenn sich aktuelle Pollen während bestimmten Jahreszeiten vermehren, können Forscher erhöhte Infektionsraten in Bezug auf Sars-CoV-2 beobachten. Diese Ergebnisse hat ein wissenschaftliches Team durch eine groß angelegte Studie ermittelt. Eine internationale Forschungsgruppe, unter der Leitung von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München hat die Untersuchungen durchgeführt. Mitglieder von Risikogruppen können sich schützen, indem sie Wettervorhersagen beobachten und Staubfiltermasken tragen.

Wie sich aktuelle Pollen auf die Infektionsrate bei Coronavirus auswirken

lächelndes mädchen mit schutzmaske neben blühendem baum während covid 19 pandemie

Im Frühjahr 2020 schien der Ausbruch der Pandemie mit der Baumpollen-Saison auf der Nordhalbkugel zusammenzufallen. Diese Beobachtungen veranlassten ein internationales Forscherteam, eine umfassende Untersuchung durchzuführen. Die Wissenschaftler wollten deswegen herausfinden, ob ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen Pollenkonzentrationen in der Luft und Infektionen mit SARS-CoV-2 besteht. In der Regel sind Pollen ein bedeutender Umweltfaktor, der die saisonalen Infektionsraten deutlich beeinflussen kann. Das Team sammelte Daten zu Pollenkonzentrationen in der Luft, Wetterbedingungen und SARS-CoV-2-Infektionen. Das taten die Forscher unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Infektionsrisiken von einem Tag zum anderen und die Gesamtzahl der positiven Tests. In ihre Berechnungen bezogen sie auch Daten zur Bevölkerungsdichte und zu den Auswirkungen von Sperrmaßnahmen ein. Die 154 Forscher führten ihre Analysen auf 130 Stationen in 31 Ländern und auf fünf Kontinenten durch. Die Ergebnisse zeigten, dass aktuelle Pollen in der Luft durchschnittlich 44 % der Schwankungen der Infektionsraten ausmachen können.

frühlingszeit bedeutet mehr aktuelle pollen im freien

Dabei spielen in einigen Fällen jedoch auch Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur eine entscheidende Rolle. In Intervallen ohne Lockdown waren die Infektionsraten mit jedem Anstieg von 100 Körnern Pollen in der Luft pro Kubikmeter um durchschnittlich 4 % höher. In einigen deutschen Städten wurden während der Studie Konzentrationen von bis zu 500 Pollenkörnern pro Kubikmeter und Tag verzeichnet. Dies führte zu einem Anstieg der Infektionsraten um insgesamt mehr als 20 %. Regionen, in denen Regeln in Kraft waren, wiesen bei vergleichbaren Pollenkonzentrationen im Durchschnitt nur halb so hohe Zahlen auf. Wenn die Pollenkonzentrationen in der Luft hoch sind und Pollenkörner mit den Viruspartikeln inhaliert werden, werden weniger antivirale Interferone erzeugt. Die vorteilhafte Entzündungsreaktion selbst ist ebenfalls betroffen. Daher kann es an manchen Tagen laut den Autoren dieser Studie zu einer Zunahme der Anzahl von Atemwegserkrankungen kommen. Dies gilt auch für COVID-19. Ob Personen gegen die verschiedenen Typen allergisch sind, spielt keine Rolle.

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